7.840 News Medizin

Medizin

Heparin: Warnung vor später Thrombozytopenie nach Therapieende

Dienstag, 12. Dezember 2006

Washington - Eine heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT), die lebensgefährliche Thrombosen auslösen kann, kann nicht nur während oder unmittelbar nach dem Ende der Heparintherapie auftreten, sondern noch Wochen später. Darauf macht jetzt die amerikanische Zulassungsbehörde FDA aufmerksam. Die Warnung richtet sich in erster Linie an Gefäßchirurgen und Notfallmediziner.

Ein US-Anbieter von Heparinen musste seine Fachinformation ergänzen. Dort wird die HIT als schwere antikörpervermittelte Reaktion des Körpers beschrieben, die zu einer irreversiblen Aggregation von Thrombozyten führt. Die Folge können venöse und arterielle Thrombosen sein, also genau der Zustand, der durch die Heparingabe eigentlich verhindert werden soll. Die Komplikation wird auch als heparininduzierte Thrombozytopenie und Thrombose oder HITT beschrieben, ein Begriff der sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt hat. Zu den thromboembolischen Ereignissen der HITT gehören die tiefe Venenthrombose, die Lungenembolie, eine Thrombose der zerebralen Venen, eine Ischämie der Extremitäten bis zur Gangrän, ein Schlaganfall, eine Mesenterialthrombose, eine Thrombose der Nierenarterien oder Hautnekrosen. 

Aus diesen Gründen wird allgemein geraten, bei allen heparinisierten Patienten auf eine Thrombozytopenie zu achten. Bei einem Abfall der Thrombozyten unter 100.000/mm3 oder bei einer rezidivierenden Thrombose sollte Heparin sofort abgesetzt und wenn erforderlich alternative Methoden zur Antikoagulation eingesetzt werden, heißt es in der Fachinformation. Neu ist die Erkenntnis, dass HIT und HITT noch „mehrere Wochen“ nach dem Ende der Heparintherapie auftreten können. Ein Verdacht besteht bei Patienten mit Thrombozytopenie oder Thrombosen. Die FDA gibt keine Hinweise auf die Häufigkeit von HIT oder HITT und auch keine Empfehlungen zur Behandlung. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
7.840 News Medizin

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in