Ärzte-Netzwerk: „Krebsfrüherkennung ist kein Weg, Kosten zu sparen“
Mittwoch, 13. Dezember 2006
Regensburg - Das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V. (DNEbM) hat die Pläne der Großen Koalition zur Früherkennung von Krebserkrankungen kritisiert. Patienten mit höheren Zuzahlungen zu bestrafen, die nicht an der Krebsvorsorge teilgenommen haben, sei kein geeigneter Weg, um Kosten zu sparen, hieß es aus dem DNEbM. Die Entscheidung für oder gegen eine Krebsfrüherkennungs-Untersuchung erfordere vielmehr eine individuelle, ergebnisoffene Abwägung von Nutzen und Schaden. Eine Bestrafung bei Nicht-Teilnahme sei mit dem Prinzip der Eigenverantwortung und Autonomie der Bürger unvereinbar.
Die Wahrscheinlichkeit, als Einzelner von der Früherkennung zu profitieren, sei außerdem eher gering. So erspare die Teilnahme am Früherkennungsprogramm für Brustkrebs innerhalb von zehn Jahren etwa einer von 1.000 Teilnehmerinnen den Tod an Brustkrebs. Mit einem Verdachtsbefund müssten innerhalb von zehn Jahren jedoch 200 Frauen rechnen. Dieser Verdachtsbefund erfordere eine weitergehende Abklärung bis hin zu operativen Eingriffen.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.