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Ministerium besorgt über geplanten Anstieg von AOK-Beitragssätzen

Freitag, 15. Dezember 2006

dpa

Berlin - Das Bundesgesundheitsministerium sieht Berichte über drastische Beitragserhöhungen für Versicherte der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) „mit Sorge“. Ministeriumssprecher Klaus Vater sagte am Freitag in Berlin: „Die Beitragssätze sind für uns nicht zu erklären.“ Die ökonomische Lage der Krankenkassen habe sich in der letzten Zeit „außerordentlich verbessert“. Vater forderte die Landesaufsichtsbehörden auf, die Haushalte regionaler Kassen, die die Beitragserhöhungen planten, „sehr genau zu prüfen“.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf eine vertrauliche Vorlage einer AOK-Vorständekonferenz berichtet, die Sätze stiegen 2007 um bis zu 1,6 Prozentpunkte. Spitzenreiter sei die AOK Rheinland-Pfalz, die ihre Beiträge von derzeit 14,8 Prozent des Bruttolohns auf 16,4 Prozent erhöhe.

Kräftig steigen sollten die Sätze auch in Sachsen-Anhalt, und zwar um 1,4 Prozentpunkte auf 15,8 Prozent, schrieb das Blatt weiter. Besonders teuer werde es auch in Brandenburg. Hier sei von einem Plus von 1,3 Punkten auf 15,8 Prozent die Rede, in Berlin werde ein Anstieg um 1,2 Prozentpunkte auf 16,7 Prozent erwartet. Am geringsten falle der Anstieg in Hessen mit einem Plus von 0,4 Punkten auf 15,7 Prozent aus. Die Ortskrankenkassen Hamburg und Rheinland hätten sich noch nicht endgültig festgelegt. Nicht alle Anhebungen seien bereits beschlossen, manchen müssten die Gremien noch zustimmen.

Die Bundesregierung hatte erklärt, dass der Durchschnittssatz von 14,2 Prozent im kommenden Jahr um 0,5 Prozentpunkte wächst. Dass die Ortskrankenkassen so stark zulegen, hänge nach Angaben von Experten mit besonderen Umständen zusammen, schrieb die Zeitung. So hätten einige noch viele Schulden, außerdem versicherten sie viele Kranke, Alte und Arbeitslose, die für hohe Kosten und niedrige Einnahmen verantwortlich seien. Auch andere Kassen wie die Barmer, die DAK, die Technikerkrankenkasse oder einige BKK wollten die Sätze anheben, geht aus dem Bericht hervor. © ddp/aerzteblatt.de

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