Ulm - Die Staatsanwaltschaft Ulm hat am Montag bundesweit Wohnungen von knapp 400 früheren und aktuellen Außendienstmitarbeitern der Pharmafirma Ratiopharm durchsuchen lassen. Mit der Aktion sollten „Hinweise für eine missbräuchliche Verschreibung von Arzneimitteln“ sichergestellt werden, teilte die Behörde mit.
Gegen die Außendienstler der Firma besteht der Anfangsverdacht, Ärzte durch Geld- und Sachleistungen zur Verschreibung von Ratiopharm-Produkten angehalten zu haben. Sie haben sich dadurch womöglich der Anstiftung oder Beihilfe zur Untreue oder zum Betrug auf Kosten von Krankenkassen strafbar gemacht. Laut Staatsanwaltschaft wurden größere Mengen von Beweismitteln sichergestellt, die zunächst gesichtet und ausgewertet werden müssten.
Im November 2005 war bekannt geworden, dass Ratiopharm Ärzten systematisch Umsatzprovisionen für die Verordnung von Medikamenten bezahlt haben soll. Bundesweit sollen nach Schätzung von Insidern bis zu 1.000 niedergelassene Ärzte von dem System profitiert haben. Noch breiter ist der Kreis der Ärzte, die hochwertige Espressomaschinen, Tischleuchten oder Mikrowellen- und Grillgeräte erhalten haben sollen.
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