Diabetes-Gesellschaft: Blutzuckereinstellung bei Typ-2-Diabetiker mangelhaft
Dienstag, 19. Dezember 2006
Bochum - Viele Typ-2-Diabetiker in Deutschland haben schlechte Blutzuckerwerte, obwohl sie eine Insulintherapie erhalten. Das erklärte die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) am Dienstag in Bochum. „Wenn Diät und Tabletten den Blutzucker nicht mehr ausreichend senken, spritzen viele Typ-2-Diabetiker zusätzlich Insulin. In Deutschland erhält jeder Fünfte diese Kombinationstherapie. Im Prinzip ist dies eine ideale Mischung: Die Tabletten stärken die körpereigenen Insuline, und was fehlt, wird über die Spritzen ergänzt“, erklärte die Fachgesellschaft. Die „Diabetes in Germany (DIG)-Studie“ habe jedoch gezeigt, dass Patienten mit der Kombinationstherapie die schlechtesten Blutzuckerlangzeitwerte aufwiesen.
Die DIG-Studie ist eine repräsentative Stichprobe von 4 020 Diabetikern. Sie untersucht, wie Diabetes-Patienten in Deutschland versorgt werden und welche Therapieformen am günstigen für die Blutzuckerwerte sind.
Laut DDG rühren die schlechten Ergebnisse der Kombinationstherapie daher, dass Ärzte den Beginn der Behandlung hinauszögern oder zu einer einmaligen Insulin-Injektion am Abend raten. Diese so genannte Bedtime-Therapie erziele zwar eine über den Tag andauernde gleich bleibende Wirkung, wenn sie mit Langzeit-Insulinen erfolge. Die kurzen aber hohen Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten blieben jedoch bestehen. Eine Intensivierte Konservative Insulintherapie (ICT) würde dies vermeiden. Sie setze allerdings voraus, dass die Patienten vor jeder Mahlzeit ihren Blutzucker messen und lernen den Bedarf abzuschätzen.
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