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Darmkrebs: Bescheidene Erfolge des Koloskopie-Screenings in den USA

Freitag, 22. Dezember 2006

New Haven - Die Aufnahme der Koloskopie in den Leistungskatalog der amerikanischen Rentnerkasse Medicare hat bisher nur zu einem geringen Anstieg der Frühdiagnosen von Kolorektalkarzinomen geführt. Dies geht aus einer Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2006; 296: 2815-2822) hervor.

Die Krankenversorgung für Rentner, Medicare, bietet seit 1998 die Koloskopie zur Darmkrebsfrüherkennung an. Zunächst war diese Leistung auf Personen mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko beschränkt, seit 2001 steht sie allen Rentnern zur Verfügung. Die Zahl der Koloskopien hat sich seither verfünffacht, die Akzeptanz ist aber mit 191 pro 100.000 Rentnern insgesamt noch gering.

Dies mag erklären, warum die Erfolge bisher begrenzt waren. Der Anteil der Tumoren, die im kurablen Stadium I erkannt wurde, stieg von 22,5 Prozent (vor Einführung des Screenings) auf 25,5 Prozent in den Jahren des eingeschränkten Screenings und zuletzt auf 26,3 Prozent, als alle Rentner leistungsberechtigt waren. Dies berichten Cary Gross und Mitarbeiter der Yale Universität in New Haven. Die Forscher hatten die Daten des Krebsregisters Surveillance Epidemiology and End Results (SEER) ausgewertet. Die größten Unterschiede gab es bei den Tumoren im proximalen Darm, der nur mit dem Koloskop erreicht werden kann. Hier stieg der Anteil der Tumoren im Frühstadium von 18,1 auf zuletzt 24,2 Prozent an.

Diese Zahlen vermögen den Editorialisten Arden Morris von der Universität von Michigan in Ann Arbor nicht restlos zufriedenzustellen (JAMA 2006; 296: 2855-2856). Er konstatiert zwar einen gewissen Erfolg des Screenings, weist aber auf die hohen Kosten des Programms hin, die bisher in keinem günstigen Verhältnis dazu stünden. Wenn sich die Ergebnisse nicht verbesserten, müsste das Screening wieder auf Risikogruppen beschränkt werden, schlägt der Experte vor. © rme/aerzteblatt.de

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