Ausland

Kalifornien: Spender sammeln Millionen für Stammzellforschung

Donnerstag, 21. Dezember 2006

Washington - Noch nie hat es in den USA so viele private Spenden für die staatliche Forschungsförderung gegeben: Insgesamt 31 Millionen US-Dollar, rund 23,8 Millionen Euro, haben Bürger des US-Bundesstaates Kalifornien bislang an die Landesagentur zur Vergabe von Forschungsgeldern in der embryonalen Stammzellforschung gestiftet, meldete die US-Tageszeitung Washington Post am Dienstag. Die Unterstützer verbinden mit Erfolgen in der Stammzellforschung die Hoffnung, in Zukunft Krankheiten wie Parkinson und Sichelzellenanämie heilen zu können.

„Wir sind überwältigt von der Unterstützung aus der Bevölkerung“, sagte Owen Witte, Direktor des neuen kalifornischen Instituts für Stammzell-Biologie und -Medizin in Los Angeles. Das Institut konnte bislang noch nicht mit seiner Arbeit im großen Stil beginnen, da die zugesagten staatlichen Gelder seit zwei Jahren durch Klagen privater und kirchlicher Gegner blockiert werden. 

Vor zwei Jahren hatten die Wähler in Kalifornien in einem Referendum beschlossen, der embryonalen Stammzellforschung ein Jahrzehnt lang jedes Jahr 300 Millionen US-Dollar (rund 230 Millionen Euro) aus staatlichen Kassen zur Verfügung stellen zu wollen. Beobachter erwarten innerhalb der nächsten Monate ein Scheitern der Kläger vor Gericht.

Zeitgleich kündigte der Gouverneur des US-Bundesstaates New Jersey, Jon Corzine, an, dass sein Staat künftig 7 Millionen US-Dollar (rund 5,3 Millionen Euro) für Forschungsstipendien in der embryonalen Stammzellforschung und drei Millionen US-Dollar (rund 2,3 Millionen Euro) für die Forschung an adulten Stammzellen zur Verfügung stellen werde. Mit diesen Zuschüssen verdoppelt New Jersey seine Förderung der Stammzellforschung, die im Jahr 2005 begann. Corzine betonte, New Jersey strebe damit an, zu einem der führenden US-Standorte in diesem Forschungszweig zu werden. Auch in den Bundesstaaten Maryland, Illinois, Wisconsin, Connecticut und New Mexico fördert die jeweilige Landesregierung Projekte der Stammzellforschung.

Das US-Bundesgesundheitsinstitut gibt jährlich nur 40 Millionen US-Dollar (rund 30,7 Millionen Euro) für die Forschung an embryonalen Stammzellen aus. Erlaubt sind den mit Bundesforschungsgeldern geförderten Projekten nur die Arbeit mir einigen aus dem Jahr 2001 stammenden embryonalen Stammzelllinien. Im vergangenen Juli hatte US-Präsident George W. Bush mit dem ersten Veto seiner Amtszeit die Ausweitung der durch den Bund geförderten embryonalen Stammzellforschung gestoppt. Die neu gewählte demokratische Mehrheit im US-Senat kündigte jetzt an, im kommenden Jahr eine erneute Gesetzesinitiative in den Kongress einbringen zu wollen.

Die embryonale Stammzellforschung ist ethisch umstritten, weil zur Gewinnung solcher Stammzellen menschliche Embryonen vernichtet werden müssen. © kna/aerzteblatt.de

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