Berlin - Die größte gesetzliche Krankenkasse, die Barmer Ersatzkasse, erhöht zum 1. Januar ihren Beitragssatz um 0,6 Punkte auf 14,4 Prozent. Das entschied am Donnerstag laut einem Bericht des Berliner „Tagesspiegel“ der Verwaltungsrat. Die DAK kündigte am Donnerstag eine Beitragserhöhung um 0,7 Punkte auf 14,5 Prozent des Bruttoeinkommens an. Der Verwaltungsrat der AOK Hessen beschloss eine Anhebung des Beitragssatzes von 14,4 auf 14,9 Prozent zum 1. Januar.
Die Kassen begründeten den Schritt vor allem mit der steigenden Mehrwertsteuer und den gesunkenen Bundeszuschuss. Die Barmer hat bundesweit 7,2 Millionen, die DAK 4,7 Millionen Mitglieder. Die AOK Hessen gehört mit 1,1 Millionen Mitgliedern und 1,6 Millionen Versicherten zu den zwölf größten gesetzlichen Kassen in Deutschland. In den vergangenen Tagen hatten bereits mehrere andere große Kassen Beitragssteigerungen beschlossen.
Das Bundesgesundheitsministerium sieht durch die kräftigen Beitragserhöhungen den Reformbedarf im Gesundheitswesen bestätigt. „Die Gesundheitsreform ist die Antwort auf nicht nachvollziehbare und durch Pump ausgelöste Beitragssatzerhöhungen“, sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater in Berlin. Der Beitragsschub zeige die Reformbedürftigkeit des Kassenwesens. Nach der Reform werde es solche Entwicklungen nicht mehr geben.
Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen wiesen die Kritik des Ministeriums zurück. Die Beitragserhöhungen seien „politisch verschuldet“ und „unbedingt notwendig“, um die Leistungen für die Versicherten zu sichern.
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