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Erfolgreiche Entfernung von Prionen aus Blutkonserven

Freitag, 22. Dezember 2006

Baltimore - Ein Team aus britischen und amerikanischen Forschern hat ein Verfahren entwickelt, das tödliche Prionen aus Blutkonserven herausfiltert. Im Tierexperiment im Lancet (2006; 368: 2226-2230) verhinderte der Blutfilter eine Übertragung. Bei dem Verfahren wird das Plasma über eine Säule mit dem Harz L13 geleitet, das die Prionen bindet. Dieses Harz L13 hatten Robert Rohwer von der Universität von Maryland in Baltimore und Mitarbeiter in einer Datenbankrecherche unter Millionen potenzieller Substanzen entdeckt. 

Die Effektivität wurde in einem Experiment an Hamstern untersucht. Die Tiere wurden mit kontaminierten Blut von Tieren inokuliert, die an Scrapie erkrankt waren, einer mit der Creutzfeldt-Jakob Krankheit (CJD) verwandten Transmissiblen spongiformen Enzephalopathie (TSE). Bei einem Teil der Tiere war das Blut vor der Inokulation mit dem L13-Harz gefiltert worden. Keines der hundert Tiere aus dieser Gruppe erkrankte an Scrapie. In einer Vergleichsgruppe von 99 Tieren, bei denen keine L13-Filterung des Blutes durchgeführt wurde, erkrankten 15 von 99 Hamstern. 

In beiden Gruppen waren vor der Transfusion die Leukozyten aus dem Blut entfernt worden, in denen sich die meisten Prionen verbergen. Diese Leukodepletion gilt als wichtige Maßnahme, um das Risiko einer CJD-Übertragung zu minimieren. Bei allen drei transfusionsbedingten Erkrankungen an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD), die bisher in Großbritannien aufgetreten sind, hatten die Patienten auch Konserven ohne Leukodepletion erhalten. Es gilt aber als sicher, - die Ergebnisse in der Kontrollgruppe belegen dies - dass die Prionen auch im Plasma enthalten sein können.

Ob das Verfahren auch die Überträger der vCJD beim Menschen bindet und vor eine Infektion schützt, ist nicht sicher. Offen ist auch, ob Blutbanken den Test einführen werden. Nach Ansicht des Editorialisten Marc Turner vom  Edinburgh Blood Transfusion Centre muss zunächst sichergestellt werden, dass die Filterung des Plasmas die Qualität der Blutspende nicht beeinträchtigt (Lancet 2006; 368: 2190-2191). © rme/aerzteblatt.de

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