Medizin

Erstmals eigenes Nabelschnurblut gegen Leukämie eingesetzt

Donnerstag, 4. Januar 2007

Leipzig - Weltweit ist zum ersten Mal ein an Leukämie erkranktes Kind erfolgreich mit dem eigenen Nabelschnurblut behandelt worden. Das berichten deutsche und amerikanische Ärzte in der Januar-Ausgabe der Fachzeitschrift Pediatrics (2007; 119: e296-e300), wie die in Leipzig ansässige Nabelschnurblutbank Vita 34 am Donnerstag mitteilte. Zwei Jahre nach der Behandlung sei das heute sechsjährige Mädchen frei von Leukämiezellen.

Das Kind war im Alter von drei Jahren an einer akuten lymphoblastischen Leukämie erkrankt. Ein erster Behandlungsversuch mittels Chemotherapie schlug fehl. Deswegen erfolgte vier Monate später am Advocate Hope Childrens Hospital in Oak Lawn im US-Bundesstaat Illinois eine zweite Chemotherapie mit anschließender Infusion von Nabelschnurblut. Das stammzellreiche Nabelschnurblut war von den Eltern bei der Geburt des Kindes vorsorglich bei der US-Tochter der Leipziger Nabelschnurblutbank gelagert worden.

Volker Weisbach, Oberarzt im Universitätsklinikum Erlangen und für die dortige Nabelschnurblutbank zuständig, hält das Verfahren alledings für "ethisch fragwürdig", sagte er gegenüber der Tageszeitung "Die Welt". Es ist absolut unüblich, ein leukämiekrankes Kind mit den Zellen aus seiner eigenen Nabelschnur zu behandeln", betonte Weisbach.

Es gäbe zwar schon schon vielversprechende Therapieansätze mit Stammzellen aus Nabelschnurblut, zum Beispiel bei Herzinfarkt oder Schlaganfall, man müsse den Eltern aber vermitteln, dass sie nur eine Option ziehen, nicht aber Gewissheit einkaufen. Im Falle des leukämiekranken Mädchens hätte man besser weltweit nach geeigneten Spendern suchen sollen. © afp/aerzteblatt.de

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