Schlafstörungen bei Kindern: Schwere Depressionen und Entwicklungsstörungen drohen
Freitag, 5. Januar 2007
Pittsburgh – Kinder mit Schlafstörungen haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, depressiv zu werden. Darauf weisen Wissenschaftler der University of Pittsburgh im Fachblatts „Sleep“ hin (2007; 30 (01): 83-90).
Die Arbeitsgruppe von Xianchen Liu an der University of Pittsburgh untersuchte 553 Kinder mit depressiven Störungen auf ihr Schlafverhalten. Das Durchschnittsalter der Kinder betrug 11,7 Jahre. Insgesamt litten 72,7 Prozent der Kinder unter Schlafstörungen. Bei 53,5 Prozent lag nur Schlaflosigkeit vor, neun Prozent litten nur an übermäßigem Schlaf. 10,1 Prozent litten sowohl an Insomnie wie auch an Hypersomnie. Depressive Mädchen hatten eine größere Wahrscheinlichkeit an Schlafstörungen zu leiden als Jungen. Kinder, die beide Arten von Schlafstörungen aufwiesen, hatten im Vergleich zu monogestörten Kindern eine längere Krankheitsgeschichte, waren stärker depressiv, wogen weniger und wiesen stärkere psychomotorische Retardierungen.
„Wir wissen, dass Depressionen mit Schlafstörungen assoziiert sind. Diese Studie zeigt nun, dass bei jungen Depressiven nicht alle Schlafstörungen dieselben Auswirkungen haben“, analysierte Liu. „Insomnie zeigt die häufigste Prävalenz, eine kombinierte Schlafstörung bedeutet jedoch auch kombinierte Probleme. Das bedeutet, dass wir genau herausfinden müssen, welche Art von Schlafstörung vorliegt. Zudem müssen wir über spezifischere Behandlungsmethoden nachdenken.“ Trotzdem raten die Forscher Eltern schlafgestörter Kinder, zuerst einen Pädiater aufzusuchen, bevor sie sich gegebenenfalls an einen Experten für Schlafstörungen wenden. © hil/aerzteblatt.de
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