DocMorris will Apotheken-Kette in Deutschland starten
Montag, 8. Januar 2007
dpa
St. Wendel - Die niederländische Versandapotheke DocMorris startet einen zweiten Versuch, mit Ladengeschäften in Deutschland Fuß zu fassen. Am Montag soll in St. Wendel im Saarland ein Apotheke eröffnet werden. Damit steige sein Unternehmen ins Flächengeschäft ein, sagte DocMorris-Chef Ralf Däinghaus am Wochenende. Binnen drei Jahren wolle DocMorris 500 Apotheken für Kooperationen gewinnen. Wenn dies gelinge, werde man als Gruppe auf einen Umsatz von 1 bis 1,5 Milliarden Euro kommen. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) wertete die Eröffnung als Reaktion auf Rückgänge im Versandhandel mit Arzneimitteln.
DocMorris will in seinen Apotheken nichtverschreibungspflichtige Medikamente um bis zu 30 Prozent billiger anbieten als herkömmliche Apotheken. Rezeptpflichtige Medikamente dürfen nach jetziger Gesetzeslage dagegen nur zum einheitlichen Apothekenverkaufspreis abgegeben werden.
„Wir kämpfen dafür, dass es auch bei den verschreibungspflichtigen Arzneien zu einem Preiswettbewerb kommt“, sagte Däinghaus dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Schließlich habe allein sein Unternehmen bereits 25 Millionen Euro Rabatte an die Kunden ausbezahlt. Dies zeige, dass bei den Preisen noch Luft drin ist.
Bereits im vergangenen Juli hatte DocMorris eine Saarbrücker Apotheke übernommen. Nach mehreren Klagen ordnete das saarländische Verwaltungsgericht aber die vorläufige Schließung an. Über die Berufung wurde noch nicht entschieden.
Die Apotheke in St. Wendel soll nach Angaben von Däinghaus rechtlich selbstständig bleiben. „Wir erlauben ihr, unsere Marke zu nutzen und erhalten dafür eine Lizenzgebühr“, erläuterte der Firmenchef in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
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