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Mehr Hirnblutungen durch Antikoagulanzien

Dienstag, 9. Januar 2007

Cincinnati. Die Zahl der durch Antikoagulanzien ausgelösten intrazerebralen Hirnblutungen hat sich seit Anfang der 90er-Jahre verfünffacht. In der Altersgruppe der über 80-Jährigen ist die Inzidenz sogar um den Faktor 18 angestiegen, wie aus einer Studie in Neurology (2007: 68: 116-121) hervorgeht. 

Während Antikoagulanz-assoziierte intrazerebrale Hämorrhagien (AAICH) früher selten waren, ist die Inzidenz in den 90er Jahren stark angestiegen. Die Ursache liegt in klinischen Studien, die gezeigt haben, dass orale Antikoagulanzien wie Warfarin (in Deutschland Marcumar®) das Risiko von ischämischen Schlaganfällen senken. Es besteht allerdings ein Risiko zu vermehrten hämorrhagischen Schlaganfällen.

Dass diese Gefahr real ist, zeigt die Studie von Matthew Flaherty von der Universität von Cincinnati. Laut den Recherchen des Neurologen hat sich die Verordnung von Warfarin in den USA zwischen 1988 und 1999 vervierfacht. Parallel dazu verfünffachte sich die Inzidenz der AAICH von 0,8 auf 4,4 pro 100.000 Personen. In der Altersgruppe der über 80-Jährigen stieg die Inzidenz der AAICH von 2,5 auf 45,9 pro 100.000, ein Anstieg um den Faktor 18.

Während eine Hirnblutung in der Vergangenheit selten die Folge einer Therapie mit oralen Antikoagulanzien war (Anteil von 5 Prozent in 1988), muss der Neurologe bei einem Anteil von 17 Prozent in 1999 diese Ätiologie heute an vorderster Stelle in seine differenzialdiagnostischen Überlegungen einbeziehen. Die Zahlen stellen die Indikation der oralen Antikoagulation zwar nicht infrage, wie Flaherty betont, es bestehe jedoch ein dringender Bedarf nach medikamentösen Therapien mit einer höheren Sicherheit. © rme/aerzteblatt.de

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