Medikamente bei geriatrischen Patienten oft falsch dosiert
Montag, 15. Januar 2007
Berlin - Ältere Patienten erhalten Arzneimittel häufig zu hoch dosiert. Das erklärten Arzneimittelexperten am 13. Januar auf einem Symposium der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) im Rahmen des 31. Interdisziplinären Forums der Bundesärztekammer (BÄK) in Berlin. Bei der Arzneitherapie im Alter sollten bestimmte Arzneimittel außerdem nicht zur Anwendung kommen, weil sie den Patienten mehr schadeten als nutzten. Die AkdÄ kündigte an, entsprechende Empfehlungen zu erarbeiten.
"Bei der Arzneitherapie im Alter werden häufig zu hohe Dosen eingesetzt, ohne dass die im Alter bei vielen Patienten reduzierte Nierenfunktion berücksichtigt wird oder die speziellen Risiken, die sich aus der Verordnung mehrerer Medikamente ergeben“, sagte der klinische Pharmakologe und langjährige Vorsitzende der AkdÄ, Prof. Dr. Bruno Müller-Oerlinghausen. Er wies darauf hin, dass Leitlinien sich meist an einen idealen Durchschnittspatienten richteten. „Es bedarf pharmakologischer Kompetenz und ärztlicher Vernunft, um vor dem Hintergrund einer bei älteren Patienten häufig bestehenden Multimedikation eine optimale Arzneitherapie sicher, wirksam und wirtschaftlich vertretbar durchzuführen“, sagte Müller-Oerlinghausen.
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