Gebündelte Kommunikation zwischen den Hirnhälften
Freitag, 19. Januar 2007
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Leipzig – Neue Erkenntnisse dazu, welche Bereiche des Gehirns Sprachverständnis vermitteln, haben Wissenschaftler des Leipziger Max-Planck Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in der Zeitschrift Neuron publiziert (2007; 53: 135-145).
Nur wenn linke und rechte Hirnhälfte zusammenwirken, können wir nach Angaben der Arbeitsgruppe Sprache richtig verstehen. Die Brücke zwischen den Hirnhälften ist das Corpus Callosum. Verarbeitet das Gehirn Sprache, spielen dem kognitiven Modell der Sprachverarbeitung zufolge zwei Dinge eine Rolle: die Grammatik und die Prosodie, die Sprachmelodie. Für das Verständnis eines Satzes ist es nicht nur wichtig, dass er grammatikalisch korrekt formuliert ist, auch die Betonung bestimmt die Bedeutung. So kann der Satz „Der Mann sagt die Frau kann nicht Auto fahren“ je nach Betonung entweder bedeuten, dass die Frau nicht Auto fahren kann: „Der Mann sagt, die Frau kann nicht Auto fahren“, oder aber das genaue Gegenteil: „Der Mann, sagt die Frau, kann nicht Autofahren“.
Wie sich die beiden Hirnhälften austauschen, um die Grammatik und die Prosodie, die Sprachmelodie, in Beziehung zu setzen, haben Wissenschaftler des Leipziger Max-Planck Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften untersucht. Die linke Hirnhälfte verarbeite die Grammatik und die rechte die Prosodie. Für die Kommunikation zwischen den Hirnhälften sorgen Bündel von Nervenfasern, das Corpus Callosum.
Wie die Wissenschaftler aus der Abteilung von Angela Friederici am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig jetzt herausgefunden haben, liegen die Faserbündel, die bei der Verarbeitung der Sprache zwischen den Hirnhälften vermitteln, im hinteren Bereich des Corpus Callosum. Sie untersuchten Patienten, die Schädigungen im Corpus Callosum haben.
Dabei beobachteten sie mit neurophysiologischen Messverfahren, ob und wie Schädigungen in den unterschiedlichen Bereichen die Sprachverarbeitung beeinflussen. Ergebnis: Nur bei Patienten mit Schädigungen im hinteren Drittel des Corpus Callosum ist das Sprachverständnis gestört. © hil/aerzteblatt.de
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