Vierter Fall einer vCJD-Übertragung durch Bluttransfusionen in Großbritannien
Donnerstag, 25. Januar 2007
London - Mit dem vierten Fall einer transfusionsassoziierten Erkrankung an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob Erkrankung (vCJD) steigt in Großbritannien die Sorge vor einer neuen Epidemie.
Wie die Health Protection Agency (HPA) bekannt gab, erkrankte der Patient, der derzeit in einer Spezialklinik behandelt wird, etwa neun Jahre, nachdem er oder sie (nähere Angaben zum Patienten werden nicht macht) eine Bluttransfusion von einem Spender erhalten hat, der inzwischen an der vCJD verstorben ist. Es handelt sich um den zweiten Empfänger von Bluttransfusionen dieses offenbar hoch ansteckenden Spenders.
Eine weitere Gruppe von weniger als 30 Empfängern wurde laut HPA bereits über ihr Erkrankungsrisiko informiert. Sie wurden gebeten Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, damit nicht weitere Personen - etwa Chirurgen bei Operationen – infiziert werden.
Die HPA betont, dass bisher keine Übertragung mit Plasmaprodukten bekannt geworden ist, was einer Katastrophe gleich käme, da diese Produkte aus „Pools“ mehrerer Tausend Spenden gewonnen werden. Bislang sind in Großbritannien 158 Menschen an einer vCJD gestorben. Der Höhepunkt war im Jahr 2000 als 28 Menschen starben, 2006 gab es nur 5 Todesfälle. Die Epidemie galt als überwunden. Jetzt könnte infolge der transfusionsbedingten Erkrankungen eine zweite Welle folgen. © rme/aerzteblatt.de
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