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Studie: Folsäure könnte Spaltbildungen im Gesichtsschädel verhindern

Montag, 29. Januar 2007

Durham - Folsäure kann in der Frühschwangerschaft nicht nur Neuralrohrdefekte verhindern. Eine jetzt im Britischen Ärzteblatt (BMJ; 2007: doi:10.1136/bmj.39079.618287.0B) publizierte bevölkerungbasierte Fall-Kontroll-Studie deutet darauf hin, dass auch die Inzidenz von Spaltenbildungen im Gesichtsschäden gesenkt werden könnte.

Norwegen gehört zu den Ländern mit der höchsten Rate von Entwicklungsstörungen im Gesichtsschädel in Europa. Um den möglichen Zusammenhang mit einer Folsäureunterversorgung zu untersuchen, haben Allen Wilcox vom US-National Institute of Environmental Health Sciences in Durham/North Carolina zusammen mit norwegischen Kollegen Interviews mit 572 Müttern durchgeführt, deren Kindern wegen der Spaltbildungen operiert wurden. Sie wurden nach ihren Ernährungsgewohnheiten und der Einnahme von Vitaminen in der Schwangerschaft befragt. Die Kontrollgruppe bildete eine gleich große Gruppe von Müttern mit Kindern ohne Spaltbildung.

Willcox errechnet, dass die Supplementierung (wenigstens 400 µg/die) das Risiko auf eine Spaltbildung um 39 Prozent senkt (adjustierte Odds Ratio 0,61; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,39-0,96). Dies ist auch dann der Fall, wenn die Frauen sich gesund ernährt hatten. Auch wenn sie reichlich Obst und Gemüse oder andere folathaltige Nahrungsmittel verzehrt hatten, senkte die zusätzliche Folatsupplementierung das Risiko um 25 Prozent, wobei die Assoziation mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall der Odds Ratio von 0,50-1,11 nicht signifikant war.

Obwohl auch in Norwegen allen Frauen vor und während der Schwangerschaft zur Folsäuresubstitution geraten wird, hatte sie zwei Drittel der Schwangeren niemals durchgeführt. Nach den Berechnungen von Willcox wären 22 Prozent aller Spaltbildungen im Gesichtsschädel vermeidbar, wenn alle Frauen eine Supplementierung erhalten würde. Die Leitlinien fordern sie im Prinzip für alle Frauen im gebärfähigen Alter. Denn die Supplementierung ist nur in der Frühschwangerschaft sinnvoll, wenn viele Frauen ihre Schwangerschaft noch nicht bemerkt haben. In den USA und in Kanada wurde deshalb vor einigen Jahren die Anreicherung von Mehl mit Folsäure gesetzlich vorgeschrieben. In Europa fehlt dazu noch der politische Wille. © rme/aerzteblatt.de

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