Trichomonaden erhöhen HIV-Infektionsrisiko
Montag, 29. Januar 2007
Mombasa - Infektionen mit Trichomonas vaginalis gelten als relativ harmlos. Für Frauen in den Entwicklungsländern, können sie hingegen zu einer tödlichen Gefahr werden. Nach einer Studie im Journal of Infectious Diseases (Märzausgabe 2007) erhöhen sie signifikant das Risiko einer HIV-Infektion.
Im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie wurden in Mombasa 1.335 zu Beginn HIV-seronegative Frauen über 11 Jahre nachbeobachtet. Mehr als die Hälfte war mit T. vaginalis infiziert. Bei ihnen war das Risiko auf eine HIV-Serokonversion, die bei 265 Frauen auftrat, um mehr als 50 Prozent erhöht (relatives Risiko 1,52; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,04–2,24). Das ist zwar ein moderates Risiko, angesichts der hohen Prävalenz der Trichomoniasis – weltweit wohl die häufigste sexuell übertragbare Erkrankung überhaupt – befürchten die Autoren um Scott McClelland von der Universität Seattle jedoch negative Auswirkungen auf die HIV-Epidemie in Afrika.
Wie das Geißeltierchen die Infektiosität des gefährlichen HI-Virus fördert, ist unklar. Denkbar ist laut McClelland, dass kleine von T. vaginalis verursachte Blutungen zum Eintrittsort der HI-Viren werden. Der Parasit T. vaginalis könnte aber auch Enzyme der Schleimhautbarriere zerstören. © rme/aerzteblatt.de
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