Unabhängige Patientenberatung: Modellverbund gestartet
Dienstag, 30. Januar 2007
Berlin - Der Verbraucherzentrale Bundesverband, der Verbund unabhängige Patientenberatung und der Sozialverband VdK Deutschland haben sich für ein umfangreiches Projekt zusammengeschlossen: Sie sind die Gesellschafter des Modellverbunds Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD), der heute offiziell seine Arbeit aufgenommen hat.
„Wer mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen will, der muss auch dafür sorgen, dass Patienten zu Partnern der Ärzte werden und ihre Rolle als mündiger Versicherter ausfüllen können“, erklärte Helga Kühn-Mengel zum Start. Deshalb habe der Gesetzgeber die Krankenkassen verpflichtet, im Rahmen von Modellvorhaben Einrichtungen zur Verbraucher- und Patientenberatung mit jährlich rund 5 Millionen Euro zu fördern, ergänzte die Patientenbeauftragte der Bundesregierung. Mit dem UPD rücke das Ziel näher, ein von Kassen und Leistungserbringern unabhängiges Beratungs- und Informationsangebot aufzubauen.
Der UPD will in den nächsten fünf Jahren in bundesweit 22 Beratungsstellen Verbraucher informieren. In der Regel soll ein dreiköpfiges Team zu Gesundheitsfragen, zivil- und sozialrechtlichen Themenstellungen und psychosozialen Fragen informieren. Darüber hinaus bestehen überregionale Beratungsangebote: Dazu gehört unter anderem ein Arzneimittelberatungsdienst am Institut für Klinische Pharmakologie der Technischen Universität Dresden sowie ein Beratungs- und Informationsserver zum Thema Essstörungen. Weitere Informationen lassen sich über eine Telefonhotline oder die Homepage abrufen.
Erwin Dehlinger vom AOK-Bundesverband lobte den Modellverbund. Er bemängelte jedoch, dass die privaten Krankenversicherer sich nicht an der Finanzierung beteiligen müssten, obwohl ihre Versicherten unabhängige Beratungsangebote bislang überproportional in Anspruch genommen hätten. © Rie/aerzteblatt.de
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