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Netzwerk gegen Zwangsvorsorgeuntersuchungen bei Kindern

Mittwoch, 31. Januar 2007

Berlin - Zwangsvorsorgeuntersuchungen von Säuglingen und Kleinkindern sind ein falscher Ansatz, um Kinder von Verwahrlosung und Misshandlung zu schützen. Das erklärte das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) am Mittwoch. Es gebe keinen Beleg dafür, dass ein Zwang zu Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt Vernachlässigung oder Gewalt gegen Kinder vorbeugen helfe. Dagegen existierten solche eindeutigen Belege für die sogenannte aufsuchende Fürsorge von Hochrisikofamilien durch ausgebildetes Personal. 

In der Frage, mit welchen Methoden Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung vorgebeugt werden könne, gibt es nach Angaben des DNEbM eine ansehnliche Basis wissenschaftlicher Untersuchungen. Belgische Wissenschaftler hätten im Jahr 2004 eine Analyse der internationalen Studien vorgelegt, in denen Frühprävention durch Aufsuchen von Hochrisikofamilien untersucht wurde. Diese Programme zeigten einen signifikanten Rückgang der Vernachlässigung von und der Gewalt gegen Säuglinge und Kinder durch diese Maßnahme.

Das Netzwerk warnte außerdem vor Zwangsvorsorgeuntersuchungen, weil sie die Akzeptanz der Prävention bei den Eltern untergraben könnten. Das Netzwerk wurde im Jahr 2000 gegründet. Mitglieder sind Ärzte und Wissenschaftler zahlreicher Fach- und Forschungsrichtungen, die Konzepte und Methoden evidenzbasierter Medizin (EbM) in klinischer Praxis, Lehre und Forschung anwenden und weiter entwickeln. © hil/aerzteblatt.de

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