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Norovirus-Infektionen: Gegenwärtig starke Ausbreitung in Deutschland

Mittwoch, 31. Januar 2007

Berlin - Deutschland wird zurzeit von der bisher schlimmsten Norovirus-Epidemie seit Beginn der Surveillance durch das Robert-Koch-Institut (RKI) heimgesucht. Seit Oktober 2006 sind 46.746 Erkrankungen gemeldet worden, wie aus dem vorab im Internet veröffentlichten Epidemiologischen Bulletin (Ausgabe 5/2007) hervorgeht. Die wirkliche Zahl dürfte wesentlich höher sein. Das RKI geht von einer erheblichen Dunkelziffer aus.

Noroviren verursachen akut beginnende Gastroenteritiden, die durch schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle gekennzeichnet sind und zu einem erheblichen Flüssigkeitsdefizit führen können. In der Regel besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit abdominalen Schmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Myalgien und Mattigkeit.

Die Körpertemperatur kann leicht erhöht sein, meist kommt es jedoch nicht zu hohem Fieber. Wenn keine begleitenden Grunderkrankungen vorliegen, bestehen die klinischen Symptome etwa 12 bis 48 Stunden. Auch leichtere oder asymptomatische Verläufe sind möglich.

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Typisch ist eine saisonale Häufung von Oktober bis März. Sie ist in diesem Jahr ungewöhnlich ausgeprägt, wie das RKI bereits Ende letzten Jahres feststellte (Epid. Bull. 48/2006). Damals wurde bereits der Verdacht einer schweren Winterepidemie geäußert, der sich jetzt bestätigt hat.

Seit Beginn der Epidemie Anfang Oktober ist die Zahl der wöchentlichen Meldungen von 379 auf 5.966 (in der zweiten Januarwoche) gestiegen. Die Epidemie stellt damit die Epidemien in den Wintern 2002/2003 und 2004/2005 in den Schatten. Das RKI geht von einem neuen Rekordstand an Norovirus-Erkrankungen aus.

Betroffen sind vor allem Gemeinschaftseinrichtungen. Hier kommt es häufig zu Ausbrüchen mit 5 oder mehr Erkrankungen. Seit Oktober wurden dem RKI 1.143 derartige Ausbrüche gemeldet, davon jeweils 40 Prozent in Krankenhäusern und Alters-/Pflegeheimen und 13 Prozent in Kindertagesstätten/-gärten. Durchschnittlich erkrankten bei einem Ausbruch 16 Menschen. Das Maximum lag bei 388 Erkrankungen. © rme/aerzteblatt.de

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