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Trockene Makuladegeneration: Neues Medikament im Test

Donnerstag, 1. Februar 2007

Bonn – Eine therapeutische Option zur Behandlung der so genannten trockenen altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) könnte eine Substanz namens Fenretinide sein. Darauf weist die Universitätsklinik Bonn in einer aktuellen Mitteilung hin.

Die AMD ist die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung im Alter in Industrieländern. Während gegen die so genannte feuchte AMD mittlerweile wirksame Medikamente zur Verfügung stehen, gibt es gegen die trockene Variante nach Angaben der Bonner Klinik bislang keine Therapie. In diese Lücke stößt das neue Medikament Fenretinide. Momentan startet die weltweit erste große Patientenstudie, in der die Arznei auf ihre Wirksamkeit gegen die trockene Spätform der AMD getestet wird. Hieran ist die Universitäts-Augenklinik Bonn maßgeblich beteiligt.

Der als Kapsel geschluckte Wirkstoff kann nach Ergebnissen aus dem Labor und Tierversuchen die Anhäufung von Stoffwechselprodukten im Auge verhindern, insbesondere die von Lipofuszin. Dieses besitzt toxische Bestandteile und kann auf Dauer die lichtempfindlichen Sinneszellen schädigen. Betroffen ist vor allem die Stelle des schärfsten Sehens, die Makula. In der Folge erscheint die Umgebung unscharf, Farben verblassen, ein schwarzer Fleck verdeckt das Blickfeld und dehnt sich mehr und mehr aus, bis Lesen oder Autofahren unmöglich werden. Etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden unter der Erkrankung.

„Mit neuartigen lasergestützten Verfahren können wir die Giftstoffe im Auge sichtbar machen und drohende Schädigungen frühzeitig erkennen“, erläuterte der Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, Frank Holz.

Auf diese Expertise baut nun die Firma Sirion Therapeutics. Der Hersteller von Fenretinide führt zurzeit die weltweit erste große Patientenstudie zur Behandlung der trockenen Spätform der AMD durch. Darin sollen in den nächsten zwei Jahren Wirksamkeit und Verträglichkeit des Medikaments umfassend getestet werden. „Bei uns laufen die Laser-Ophthalmoskop-Aufnahmen aus allen teilnehmenden Studienzentren auf. So können wir beurteilen, inwiefern Fenretinide die fortschreitende Anhäufung von Lipofuszin und den weiteren Sehverlust verhindert“, so Holz. © hil/aerzteblatt.de

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