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Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung: Mäuse durch Ausschalten der Prionproduktion geheilt

Donnerstag, 1. Februar 2007

London - In einer tierexperimentellen Studie in Neuron (2007; 53: 325-335) liefern britische Neurologen erstmals den Beweis, dass Prionerkrankungen im Prinzip heilbar sind. Bei gentechnischen Mäusen besserten sich die kognitiven Störungen, nachdem das prionproduzierende Gen abgeschaltet wurde. 

Prionerkrankungen, zu denen neben der Bovinen Spongiformen Enzephalopathie (BSE) beim Rind und Scrapie beim Schaf auch die Creutzfeldt-Jacob-Krankheit gehört, entstehen durch die Ablagerung von Proteinen in den Hirnzellen. Es handelt sich um missgefaltete Formen (PrPsc) eines normalen Proteins (PrPc) der Hirnzellen und die „Faltungsstörung“ kann durch Infektion mit bereits missgefalteten Proteinen induziert werden. Wenn die Hirnzellen allerdings keine PrPc mehr bilden, kann die Erkrankung nicht fortschreiten. Genau dies zeigen die Experimente von Giovanna Mallucci vom University College London und Mitarbeitern.

Die Forscher arbeiteten mit gentechnisch veränderten Mäusen, bei denen die Bildung von PrPc im Lebensalter von etwa 9 Wochen abgeschaltet wird. Dann bilden die Mäuse ein Enzym namens Cre-Recombinase. Er entfernt das Gen, das normalerweise PrPc produziert. In ihren Experimenten vergliche die Forscher das Verhalten dieser Tiere mit dem anderer Tiere, die lebenslang PrPc bilden.

Dies wird ihnen im Fall einer Infektion mit PrPSc zum Verhängnis. In den Experimenten wurden alle Tiere absichtlich infiziert. Schon bald darauf kam es zur Ablagerung von Prionen in den Hirnzellen, was sich in Verhalten der Tiere bemerkbar macht. Sie büßten nach und nach ihre kognitiven Fähigkeiten ein. Bemerkbar wurde dies beispielsweise daran, dass die infizierten Tiere vergaßen, sich in ihrem Käfig den Weg zum Fressen freizubuddeln. Auch die gentechnisch modifizierten Tieren hatten anfangs diese Probleme. Nachdem allerdings die Cre-Recombinase aktiv wurden und das PrPc ausschalteten, wurde bei ihnen der Krankheitsverlauf gestoppt. Nicht nur das: Die Tiere erholten sich sogar weitgehend von den vorhandenen Störungen. 

Dies lässt Forscher aufhorchen, die nach Therapien der Creutzfeldt-Jacob-Krankheit suchen, die beim Menschen entweder durch spontane Mutationen im PrPc-Gen entsteht oder als neue Variante mit dem Verzehr von BSE-infiziertem Rindfleisch in Verbindung gebracht wird. Derzeit kommt die Diagnose (beider Varianten) einem Todesurteil gleich und oftmals verläuft die Erkrankung in wenigen Monaten rasch progredient. Wenn es gelänge, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen, könnten Therapien, die das PrPc-Protein ausschalten, erstmals eine Heilungsmöglichkeit bieten. An der Prion Unit des britischen Medical Research hat bereits die Suche nach derartigen Substanzen begonnen, heißt es in der Pressemitteilung. © rme/aerzteblatt.de

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