7.847 News Medizin

Medizin

Lungenkrebs durch Passivrauchen am Arbeitsplatz

Donnerstag, 1. Februar 2007

Chicago - Raucher gefährden am Arbeitsplatz Gesundheit und Leben ihrer Kollegen. Eine jetzt im American Journal of Public Health (2007; doi 10.2105/AJPH.2004.061275) publizierte Meta-Analyse bestätigt die bekannte Assoziation zwischen Passivrauchen und einem erhöhten Lungenkrebsrisiko. Erstmals wurde eine dosisabhängige Wirkung gefunden.

Die karzinogene Wirkung des Passivrauchens wird kaum noch bestritten. Die International Agency for Research on Cancer (IARC) stufte „unfreiwilliges Rauchen“ bereits in der letzten Monographie aus dem Jahr 2002 als Typ 1 Karzinogen ein. Es sei ausreichend belegt („sufficient evidence“), dass Passivrauchen beim Menschen Lungenkrebs auslöst. Gefährdet sind nicht nur Ehepartner, sondern auch Arbeitskollegen. Bisherige Studien kamen zu einem etwa um 20 Prozent erhöhten Risiko durch diese Form der beruflichen Exposition.

In der aktuellen Meta-Analyse, die Leslie Stayner von der Universität Chicago und Mitarbeiter jetzt vorstellen, war das Risiko um 24 Prozent erhöht (relatives Risiko 1,24; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,18-1,29). Gegen ein Zufallsergebnis spricht nicht nur das enge Konfidenzintervall, sondern auch die geringe Heterogenität der Studien. Mit anderen Worten: Die meisten Studien kamen zu dem gleichen Ergebnis. Es handelt sich um die bisher größte Meta-Analyse zu diesem Thema. Sie beruht auf 22 Studien mit 4.305 Lungenkrebsfällen.

Die Steigerung um 24 Prozent ist nur ein Durchschnittswert. Wie sehr die Kollegen gefährdet sind, hängt einmal von der Höhe der Exposition und dann von der Dauer der Exposition ab. Für beide Variabeln können die Forscher erstmals eine Dosisabhängigkeit belegen. Für stark exponierte Personen verdoppelte sich das Lungenkrebsrisiko (RR=2,01; 1,33-2,60) und für die Dauer der Exposition stand in einer nahezu linearen Beziehung zum Risiko: Je mehr Arbeitsjahre man mit einem rauchenden Kollegen im gleichen Zimmer verbringt, desto größer ist das Risiko.

Die IARC unterstützt in ihrer Pressemitteilung den Vorstoß des EU Gesundheitskommissars Markos Kyprianou, der Anfang der Woche gefordert hatte, ganz Europa zu einer rauchfreien Zone zu erklären.© rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
7.847 News Medizin

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in