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Umweltbundesamt: Infektionsschutz in Deutschland verstärken

Montag, 5. Februar 2007

Osnabrück - Der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, hat vor neuen Gesundheitsgefahren infolge des Klimawandels gewarnt. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Samstag forderte Troge, den öffentlichen Infektionsschutz zu verstärken und bisher in Deutschland noch nicht auftauchende Krankheiten zu beobachten. Überträger von in manchen Fällen tödlich wirkenden Infektionskrankheiten hätten in den künftig milderen Wintern nördlich der Alpen bessere Überlebensbedingungen. Wenn sich Erreger von Lashmaniose oder „eventuell sogar Malaria“ ausbreiten, „dann müssen wir uns darum kümmern“.

Laut Troge ist in Brandenburg - womöglich infolge des Klimawandels - erstmals in Deutschland eine gefährliche Giftspinne aus südlichen Ländern aufgetaucht, der so genannte Dornfinger. Außerdem gebe es Blaualgenarten tropischen Ursprungs inzwischen auch in Deutschland. Von ihnen produzierten manche ein wasserlösliches Gift. „Hier müssen wir sicherstellen, dass die Trinkwasserversorgung mit diesem Gift zuverlässig fertig wird“, sagte der Behördenchef.

Mit Blick auf künftige lang anhaltende Hitzewellen schlug Troge vor, flächendeckend einen Hitzewarndienst einzurichten, den es in Hessen bereits gebe. Dort warne der Deutsche Wetterdienst Krankenhäuser, Altenpflegeheime und ähnliche Einrichtungen vor Hitzeperioden, durch die regelmäßig Menschen sterben.

Troge forderte von der Politik, den im Grundgesetz formulierten Anspruch, als Staat die natürlichen Lebensgrundlagen der kommenden Generationen zu schützen, „konkret als Handlungsauftrag zu begreifen“. Dies geschehe vielfach nicht. „Ich habe manchmal den Eindruck, dass beim politischen Handeln wichtige Passagen des Grundgesetzes völlig vernachlässigt werden“, kritisierte er. © ddp/aerzteblatt.de

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