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Autofahrer vermehrt hautkrebsgefährdet – UVB-Exposition durch Seitenfenster

Montag, 5. Februar 2007

Saint Louis - Autofahrer sind an sonnigen Tagen einer vermehrten UV-Exposition ausgesetzt, was nach einer auf der Jahrestagung der American Academy of Dermatology vorgestellten Studie das Hautkrebsrisiko erhöht.

Während die meisten Windschutzscheiben heute aus laminiertem Glas bestehen, das sowohl UVA als auch UVB filtert, ist dies bei Seiten- und Rückfenstern meistens nicht der Fall. Diese Scheiben filtern häufig nur die UVA-Strahlung. Personen, die viel mit dem Auto unterwegs sind, haben deshalb eine erhöhte UVB-Exposition der ungeschützten Hautregionen an Kopf, Hals. Armen und Händen. Wenn das Steuer, wie in den meisten Ländern links im Fahrzeug angebracht ist, dann sollten bei Vielfahrern UVB-induzierte Tumoren bevorzugt links auftreten.

Genau dies ergibt sich aus einer retrospektiven Analyse aller an der Universität in St. Louis, die Scott Fosko auf der Dermatologenfachtagung vorgestellt hat. 53 Prozent aller in den sonnenexponierten Regionen lokalisierten Tumoren befanden sich auf der linken Seite. Diese Assoziation bestand allerdings nur bei Männern, nicht aber bei Frauen, was Fosko darauf zurückführt, dass Männer häufiger mit dem Auto unterwegs seien als Frauen. Besonders ausgeprägt war diese “Linksseitigkeit” beim Lentigo-maligna-Melanom, einer Vorstufe des malignen Melanoms. Diese Tumoren traten zu 70 Prozent linksseitig auf. Fosko fordert deshalb Vielfahrer im Sommer auf, das Seitenfenster geschlossen zu halten und Lichtschutzfaktoren aufzutragen. Außerdem regte er getönte Seitenfenster an.

Das sind gut gemeinte Ratschläge, auch wenn die Evidenzbasis für das erhöhte Hautkrebsrisiko denkbar gering ist. Eine schlichte retrospektive Auswertung von Klinikakten stellt sicherlich keine hochqualitative epidemiologische Studie dar. Besser wäre der Versuch einer Fall-Kontroll-Studie, in der die Autofahrgewohnheiten oder die berufliche Anamnese von Hautkrebspatienten mit einer Kontrollgruppe verglichen würden. Dies scheinen auch die Dermatologen erkannt zu haben.

Bereits 70 Patienten wurden befragt und nach den von Fosko vorgestellten Daten soll die Zeit, welche die Personen hinter dem Steuer verbrachten, mit der Tendenz auf linksseitige Tumoren assoziiert gewesen sein. Genaue Angaben finden sich aber weder in der Pressemitteilung noch im Abstract (P2326), sodass es ratsam erscheint, zunächst die spätere Publikation abzuwarten, bevor man weiterreichende Schlüsse zieht. © rme/aerzteblatt.de

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