Studie: Arzt-Patienten-Gespräche oft ineffektiv
Dienstag, 6. Februar 2007
College Station - Ärzte haben nicht nur zu wenig Zeit für ihre Patienten, sie nutzen sie auch nicht effektiv. Statt sich auf ein wesentliches Problem zu konzentrieren, werden meistens mehrere Probleme angesprochen. Dies fanden Gesundheitsforscher aus Texas on Health Services Research (2007: doi:10.1111/j.1475-6773.2006.00689.x) heraus.
Ming Tai-Seale von der School of Rural Public Health in College Station/Texas hat mit ihren Mitarbeitern 392 Arzt-Patienten-Gespräche auf Video mitgeschnitten und anschließend ausgewertet. Die Gespräche mit den über 65-jährigen Patienten dauerten im Durchschnitt 15,7 Minuten, also deutlich länger als die von vielen Patienten beklagte „Dreiminutenmedizin“. Doch in dieser knappen Viertelstunde mussten die Ärzte sich meistens gleich um mehrere Sorgen ihrer Patienten kümmern. Dies hatte zur Folge, dass die Ärzte für das Hauptproblem gerade einmal 5 Minuten Zeit hatten, was möglicherweise das beim Patienten verbreitete Gefühl der “Dreiminutenmedizin” erklärt.
Für die anderen Themen blieben im Durchschnitt 1,1 Minuten. Interessanterweise hatte die Zahl der angesprochenen Themen nur einen geringen Einfluss auf die Dauer des Arzt-Patienten-Kontaktes. Nicht ausgeschlossen erscheint deshalb, dass Ärzte, die sich bei den Kontakten auf ein Hauptthema beschränken, einen zufriedeneren Patienten zurücklassen. © rme/aerzteblatt.de
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