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Bauanleitung für eine molekulare Nase

Freitag, 9. Februar 2007

Mainz – Forscher des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung und des Max-Planck-Instituts für Biochemie haben einen Bauplan entwickelt, nach dem sich Membranproteine in künstliche Strukturen einbetten lassen. Sie publizierten ihre Ergebnisse im Fachblatt „Angewandte Chemie, International Edition“ (2007; 46 (4): 605 – 608).

Membranproteine übernehmen in Zellen vielfältige und wichtige Aufgaben. Unter anderem dienen sie als Rezeptoren, die Signale etwa von Molekülen in der Luft in das Zellinnere weiterleiten, zum Beispiel als Geruchsrezeptoren. Sie sind also ideale Biosensoren. Leider waren Membranproteine im Labor bislang schwer zugänglich.

Den Max-Planck-Wissenschaftlern um Dr. Eva-Kathrin Sinner gelang es nun, Membranproteine, die die Forscher mittels zellfreier Synthese herstellten, direkt in künstliche Lipidmembranen einzubetten. Dieses neue Verfahren ermöglicht nach Angaben der Arbeitsgruppe erstmals die Untersuchung natürlicher Funktionen von Membranproteinen in situ. Für die Entwicklung von Medikamenten sei dieser Ansatz von großer Bedeutung, da so neue Wirkstoffscreenings an bisher unzugänglichen Rezeptoren möglich seien.

Sinner wurde für die Entwicklung dieses Verfahrens mit dem Forschungspreis 2007 zur Förderung der Biotechnologie und Gentechnik der Engelhorn-Stiftung ausgezeichnet. Die Entdeckungen der Max-Planck-Forscher könnten neben den Nutzen für die Medizin auf anderem Gebiet interessant sein: Eine künstliche Nase könnte mittels Biosensor Gifte, Sprengstoffe oder Drogen erschnuppern. © hil/aerzteblatt.de

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