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Forscher entdecken möglichen Schwachpunkt im HI-Virus

Donnerstag, 15. Februar 2007

London - US-Forscher haben möglicherweise eine Schwachstelle im HI-Virus entdeckt, die Ansatzpunkt für eine Impfung gegen die tödliche Immunschwäche sein könnte. Wie sie im britischen Wissenschaftsmagazin Nature (2007; 445: 732-737) berichten, zeigten Aufnahmen auf atomarer Ebene, dass sich bei dem äußerst wandelbaren Virus die Spitze eines Dorns, der zum Andocken an Körperzellen benutzt wird, nicht verändert. Dies könne „eine Lücke in der Rüstung des HI-Virus“ sein, schreiben die Forscher des zum National Institutes of Health gehörenden National Institute of Allergy and Infectious Diseases.

Sie sprachen von „einer kritische Stelle der Verletzlichkeit des Virus, die wir möglicherweise mit Impfstoffen angreifen können“. Das HI-Virus mutiert ständig. Zudem hat es eine Art Schutzhülle aus Zuckermolekülen, die Antikörper daran hindert, sich an das Virus zu binden und es unschädlich zu machen.

Durch ihre Aufnahmen auf atomarer Ebene machten die US-Forscher nun eine zugängliche Stelle aus, die sich nicht verändert und damit angreifbar ist. Sie heißt Glycoprotein 120 und kann durch einen b12 genannten Antikörper

lokalisiert werden. B12 wird bei Menschen gefunden, die das im Körper befindliche Aids-Virus sehr lange in Schach halten können. Das funktioniert ungefähr so, wie wenn ein Kaugummi auf einen Schlüssel geklebt wird: Er passt dann nicht mehr ins Schloss. Antikörper können zudem den Rest des Immunsystems alarmieren, damit der Eindringling zerstört wird.  

Wayne Koff von der Internationalen Aids-Impf-Initiative, von der die Forschungen unterstützt wurden, sagte, der Fund habe viel versprechende Wege im Kampf gegen das Virus eröffnet. „Diese Arbeit legt eine mögliche Verletzlichkeit von HIV offen, die uns einen wichtigen Hinweis für die Richtung bei der Entwicklung neuer Impfstoff-Konzepte gibt.“  

Aids zerstört das Immunsystem, sodass Infizierte sonst ungefährlichen Krankheiten zum Opfer fallen können. Seit der Anerkennung als Krankheit 1981 sind 25 Millionen Menschen durch das Virus gestorben. Fast ein Prozent der Weltbevölkerung gelten heute als infiziert. © afp/aerzteblatt.de

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