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Neue Strategie zur Rauchentwöhnung

Donnerstag, 22. Februar 2007

dpa

Heidelberg – Ein verbessertes Fortbildungsangebot für Ärzte und unentgeltliche Medikamente bei der Entwöhnung könnte vielen Menschen dabei helfen, das Rauchen aufzugeben. Hausärzte spielen dabei eine Schlüsselrolle. Das berichtet eine Arbeitsgruppe des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in der Fachzeitschrift Tobacco control (2007; 16:15 - 21).

„Fast jeder Versicherte sucht ab und zu eine hausärztliche Praxis auf. Unter den Patienten sind entsprechend viele Raucher. Ihnen können die Ärzte erfolgreich im Kampf gegen ihre Sucht beistehen, mit Kurzberatungen oder Medikamenten wie Nikotinersatzpräparaten“, erklärte Dorothee Twardella aus der Arbeitsgruppe von Herrmann Brenner, Leiter der Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung am DKFZ. Allerdings wendeten bisher nur wenige Hausärzte diese Methoden an. Damit bleibe ihr Einfluss für die Tabakentwöhnung ungenutzt.

Die Heidelberger Epidemiologen beziehen sich mit ihren Aussagen auf die von ihnen aufgelegte „Interventionsstudie zur Raucherentwöhnung in der hausärztlichen Praxis“ (IRIS). Danach gehen die Mediziner offensiver mit diesem Thema um, wenn sie zuvor eine Fortbildung in Methoden der Tabakentwöhnung erhielten: Die geschulten Mediziner konnten weit mehr Raucher für die Studie gewinnen als ihre ungeschulten Kollegen. „Eventuell fühlen sich die Hausärzte nach einer Fortbildung sicherer und sprechen ihre Patienten daher vermehrt auf ihr Rauchverhalten an“, so Twardella.

Wie erfolgreich die Hausärzte ihre Patienten dabei unterstützen konnten, das Rauchen tatsächlich aufzugeben, prüfte die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Studie nach einem Jahr. Als entscheidend erwies sich das Zusammenspiel von zwei Maßnahmen: Wenn die Patienten die Medikamente unentgeltlich bekamen und die Ärzte eine Fortbildung erhielten, war die Rate der Nichtraucher fast fünfmal größer als in der Kontrollgruppe.

Eine finanzielle Vergütung der Mediziner hatte dagegen keinen Einfluss auf den Behandlungserfolg. „Die Ärzte sehen sich durchaus in der Verantwortung, ihnen geht es nicht vorrangig um das Geld“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de 

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