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Experten: DMP Diabetes weiterentwickeln

Montag, 26. Februar 2007

Münster - Viele Diabetiker in Deutschland werden nach wie vor nicht optimal behandelt. Die Vernetzung der beteiligten Fachdisziplinen ist unzureichend. Das haben Experten auf der „Diabetes 2007“ in Münster kritisiert. „Wir müssen Diabetes endlich als Systemerkrankung wahrnehmen und behandeln“, forderte Diethelm Tschöpe, Direktor des Diabeteszentrums am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen. 

Nach Tschöpes Einschätzung hat das Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes mellitus bislang kaum zu einer besseren Versorgung beigetragen. Das Chronikerprogramm sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Vor allem aber die Behandlung weiterer koronarer Risikofaktoren wie Hypertonus oder zu hohe Blutfette werde nach wie vor vernachlässigt. „Auf die Frage danach, woran Diabetiker erkranken, lautet die Antwort häufig: an Nieren, Augen und Füßen. Aber vergessen wird der Herzinfarkt“, monierte Tschöpe. 

Der Diabetes-Experte forderte eine Weiterentwicklung des DMP Diabetes – hin zu mehr Interdisziplinarität und einer besseren Verzahnung. „Wir haben noch immer eine Aufteilung in ein DMP koronare Herzkrankung und ein DMP Diabetes“, beklagte Tschöpe. 

Auch Hans Uwe Janka, Direktor des Klinikums Bremen-Nord, sieht Handlungsbedarf. Erste Analysen des Chronikerprogrammes für Diabetiker hätten zwar eine geringfügige Besserung der HbA1c-Werte gezeigt. „Insgesamt sind die Ergebnisse aber nicht so, wie sie sein sollten.“ 

Auch bei den Krankenkassen sieht man offenbar Handlungsbedarf. Ursula Marschall von der Barmer Ersatzkasse zufolge können die DMPs zwar erste Erfolge vorweisen. Sie räumte jedoch ein, dass es noch jede Menge, auch von Kassenseite, zu tun gebe. Bei einer Weiterentwicklung der Chronikerprogramme müsse die Multimorbidität stärker berücksichtigt werden.  © BH/aerzteblatt.de

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