Neue Studie: Keine Erbgutschäden nach Methylphenidat-Gabe
Dienstag, 27. Februar 2007
Würzburg – Keine Schäden im Erbgut von Kindern, die wegen einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ein Methylphenidat-Präparat erhalten haben, fanden Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Sie publizierten ihre Ergebnisse am 27. Februar 2007 online in der Zeitschrift Environmental Health Perspectives.
Hintergrund: Im Jahr 2005 sorgte eine Studie vom Anderson-Krebsforschungszentrum der Universität von Texas für Aufregung. Bei Kindern, die wegen ADHS mit Methylphenidat behandelt wurden, sollten verstärkt Schäden am Erbgut aufgetreten sein. „Allerdings wurden dort nur zwölf Kinder untersucht. Die Ergebnisse waren bei allen ungewöhnlich einheitlich und die Werte deutlich erhöht, sodass eine weitere Studie erforderlich schien“, sagte die Würzburger Toxikologin Helga Stopper. Das Ergebnis der US-amerikanischen Studie habe international viel Staub aufgewirbelt, viele Patienten und Eltern seien dadurch sehr verunsichert worden.
„In einer eigenen Studie fanden wir keine verstärkten Schäden am Erbgut“, so die Wissenschaftlerin. Zusammen mit der Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie hat sie die Untersuchung der US-Amerikaner wiederholt. Dazu untersuchten die Würzburger Forscher die Lymphozyten von 30 Kindern vor und kurz nach dem Beginn der Methylphenidat-Behandlung, von 21 Kindern nochmals drei Monate nach Therapiebeginn und von acht Kindern ein halbes Jahr danach. Eine Chromosomenschädigung konnten sie nicht nachweisen. Dieses Ergebnis bestätigt den Forschern zufolge jahrzehntelange Beobachtungen, nach denen die Behandlung keine gravierenden Nebenwirkungen auslöse. © hil/aerzteblatt.de
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