Ausland

Belgien will künstliche Befruchtung gesetzlich regeln

Donnerstag, 1. März 2007

Brüssel - Künstliche Befruchtung soll in Belgien künftig auch unverheirateten Frauen und Paaren und gleichgeschlechtlichen Paaren offen stehen. Unter bestimmten Umständen sollen Frauen zudem auch nach dem Tod ihres Partners von ihm befruchtete Embryonen einpflanzen lassen können, heißt es in dem vom zuständigen Parlamentsausschuss gebilligten Text. Das berichteten belgische Zeitungen am Donnerstag. Das Parlamentsplenum soll noch im März über das Gesetz abstimmen.

Das Gesetz sieht demnach auch präzise Regelungen vor, wie Paare mit überzähligen Embryonen umgehen können. Sie könnten für fünf Jahre aufbewahrt oder zerstört werden. Auch eine Freigabe zur Adoption oder für Forschungszwecke wäre demnach möglich. Geregelt werde auch, wie bei Meinungsverschiedenheiten der Paare, einer Trennung oder dem Tod eines der Partner zu verfahren sei. Ein Handel mit Embryonen soll ebenso verboten sein wie eine Selektion zur Geschlechtsbestimmung.

Bislang war der rechtliche Rahmen für künstliche Befruchtung in Belgien nur durch zwei Erlasse zu den Normen für die entsprechenden Kliniken und zur Erstattung durch die Krankenkassen geregelt.

Als Altersgrenze für künstliche Befruchtung legt das neue Gesetz 45 Jahre für Eizellspenden und 47 Jahre für die Einpflanzung der Embryonen sowie für Samenspenden fest. Die Mediziner der Befruchtungskliniken sollen das Recht erhalten, aus medizinischen oder aus Gewissensgründen eine Behandlung zu verweigern.

In Belgien werden laut den Medienberichten jährlich rund 12.000 Befruchtungsbehandlungen durchgeführt. Jährlich würden rund 2.000 durch künstliche Befruchtung gezeugte Babys geboren. Im Ausschuss wurde der Gesetzentwurf gegen die Stimmen der christdemokratisch geprägten Oppositionsparteien angenommen. Diese kritisierten vor allem die Einbeziehung lesbischer Paare und allein stehender Frauen in das Gesetz. © kna/aerzteblatt.de

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