Politik

Bundesregierung will Aids-Vorbeugung ausbauen

Mittwoch, 7. März 2007

Heidemarie Wieczorek-Zeul  (l.) und Ulla SChmidt /dpa

Berlin - Angesichts weiterhin steigender Infektionsraten bei HIV und Aids will die Bundesregierung ihre Präventionsarbeit ausbauen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch den nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit, wie Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am Mittwoch in Berlin sagte. 

Ein neuer Schwerpunkt der Vorbeugung soll nach ihren Angaben bei Menschen mit Migrationshintergrund gesetzt werden. Zudem werde in Zusammenarbeit mit der Tourismusbranche angestrebt, Reisende in bestimmte Zielländer zu erreichen. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) verwies auf die dramatische Entwicklung in Afrika, wo überwiegend Frauen von den Neuinfektionen betroffen seien.

Nach Schmidts Worten soll auch die Aufklärung im Internet ausgebaut werden. Die Mittel der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sollten um drei Millionen Euro aufgestockt werden. 2006 hatte die Bundeszentrale einen Etat von 12,77 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr gab es laut Schmidt in Deutschland 2.700 Neuinfektionen gegeben, bei insgesamt etwa 56.000 HIV-Infizierten. Das Risikobewusstsein nehme ab, weil viele fälschlicherweise glaubten, die Krankheit sei heilbar. Sie könne durch medikamentöse Behandlung aber nur eingedämmt werden.

Aids „ist und bleibt eine tödliche Krankheit“, sagte Schmidt. Sie verwies zugleich auf den dramatischen Anstieg der Neuinfektionen in Osteuropa um schätzungsweise 70 Prozent. Gründe für die dise drastische Zunahme seien Schwierigkeiten im Umgang mit Drogenabhängigkeit und Homosexualität.

Wieczorek-Zeul sagte, in den letzten 25 Jahren habe sich die Aids-Epidemie weltweit dramatisch ausgebreitet. Im Jahr 2006 lag die Zahl der HIV-Infizierten bei 40 Millionen Menschen. In Südafrika seien 60 bis 70 Prozent der Betroffenen Frauen. Zur Bekämpfung müsse sichergestellt werden, dass Kondome verfügbar sind. Die Bekämpfung der Krankheit werde noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen. „Wir müssen uns auf langes Engagement der Humanität einstellen.“  © afp/aerzteblatt.de

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