Ausland

Spitzenpolitiker in Frankreich debattieren um Sterbehilfe

Dienstag, 13. März 2007

Paris - Nach dem Beginn eines Prozesses wegen aktiver Sterbehilfe in Frankreich haben sich führende Politiker des Landes zu möglichen Gesetzesänderungen geäußert. Der sozialistische Parteivorsitzende Francois Hollande sprach sich laut Medienberichten vom Dienstag für Straffreiheit unter bestimmten Umständen aus. Der Zentrumspolitiker und Präsidentschaftskandidat Francois Bayrou lehnte Gesetzesänderungen ab.

Hollande sagte, die sozialistische Präsidentschaftskandidatin Segolene Royal wolle eine Gesetzesänderung durch das Parlament bringen, wenn sie gewählt werde. Ein Sterbehilfegesetz müsse allerdings mit größtmöglicher Vorsicht formuliert werden, um die aktive Lebensbeendigung nur in Ausnahmefällen zu ermöglichen und Missbräuche auszuschließen.

Der Präsidentschaftskandidat der konservativen Regierungspartei UMP, Nicolas Sarkozy, hatte bereits früher erklärt, auch er sei für eine Änderung. Angesichts des Leidens der Sterbenden könne man nicht mit verschränkten Armen zuschauen. Der Zentrumspolitiker Bayrou sagte dagegen, die letzten Minuten des Lebens spielten sich zwischen Arzt und Patient ab. Dabei gehe es um Vertrauen und Gewissensentscheidungen. Gesetze könnten dabei keine Rolle spielen.

In einem Offenen Brief hatten sich in der vergangenen Woche mehr als 2.000 Ärzte und Pflegebedienstete dazu bekannt, aktive Sterbehilfe geleistet zu haben. Sie fordern eine Gesetzesreform. Frankreich solle sich ein Beispiel an den Regelungen in der Schweiz, den Niederlanden und Belgien nehmen. Dort ist aktive Sterbehilfe oder Beihilfe zur Selbsttötung unter bestimmten Voraussetzungen straffrei.

Aktive Sterbehilfe ist laut einem im April 2005 verabschiedeten Gesetz in Frankreich verboten. Präzise Regelungen gelten für Fälle, in denen eine Behandlung unheilbar Kranker beendet wird. Das Gesetz war unter dem Eindruck mehrerer spektakulärer Fälle verabschiedet worden. Seit Montag stehen in Südwestfrankreich eine Ärztin und eine Pflegerin vor Gericht, die einer Krebspatientin im Endstadium ein tödliches Präparat verabreicht hatten. © kna/aerzteblatt.de

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