Temporäre künstliche Darmausgänge sind oft nicht rückgängig zu machen
Freitag, 16. März 2007
Leiden – Rund ein Fünftel der Patienten, die im Zusammenhang mit einer Rektum-Operation wegen eines Krebsleidens einen künstlichen Darmausgang erhalten, müssen später dauerhaft mit diesem leben. „Die korrekte Anlage des Ausgangs ist daher von allergrößter Bedeutung“, erklärte eine Arbeitsgruppe der Abteilung für Chirurgie der Universitätsklinik Leiden in der Zeitschrift Lancet Oncology (published online).
Die Wissenschaftler um Marcel den Dulk untersuchten retrospektiv die Faktoren, die dazu beitragen, dass Patienten mit einem temporären künstlichen Darmausgang später dauerhaft mit diesem zurechtkommen müssen. Dazu untersuchten sie die Krankengeschichten von 924 Patienten, die wegen eines Rektumkarzinoms operiert wurden. 523 (57 Prozent) Patienten erhielten einen primären künstlichen Darmausgang während der Krebsoperation, 93 (23 Prozent) Patienten legten die Chirurgen den künstlichen Ausgang später, während einer weiteren Operation. Insgesamt behielten 19 Prozent der Patienten die künstlichen Ausgänge dauerhaft, obwohl dies nicht so vorgesehen war.
Laut den Dulk und seinen Mitarbeitern waren perioperative Komplikationen kein Risikofaktor dafür, dass der temporäre künstliche Ausgang später nicht rückgängig zu machen war. Allerdings erhöhten postoperative Komplikationen, ein Wiederauftreten des Karzinoms, höheres Alter und die Anlage des Ausgangs während einer zweiten Operation das Risiko. Die niederländischen Wissenschaftler forderten, dass Ärzte ihre Patienten vor der OP besonders auf das Risiko hinweisen sollen, dauerhaft einen künstlichen Darmausgang zu haben. © hil/aerzteblatt.de
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