Genveränderte Mücke nährt Hoffnung auf Sieg gegen Malaria
Dienstag, 20. März 2007
Washington - Im Kampf gegen die Malaria hoffen US-Wissenschaftler auf einen Durchbruch mithilfe von gentechnisch veränderten Mücken. Die Hoffnungen der Forscher richten sich auf eine Mücke, die durch einen genetischen Eingriff im Labor gegen Malaria resistent gemacht wurde und den gefährlichen Erreger dadurch nicht mehr übertragen kann. Erste Tests hätten ergeben, dass sich die genveränderten Mücken in freier Wildbahn besser vermehrten als ihre normalen Artgenossen, heißt es in einer am Montag in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS 2007 DOI: 10.1073/pnas.0700869104) veröffentlichten Studie.
Das Expertenteam der John-Hopkins-Universität in Baltimore hofft nun darauf, dass die malariaresistenten Mücken nach und nach die bisherigen Moskitos verdrängen könnten, die den Malaria-Erreger auf den Menschen übertragen.
In dem Versuch hatten die Wissenschaftler eine gleich große Anzahl genveränderter und unveränderter Mücken im Labor zusammengeführt und mit dem Blut malariaverseuchter Mäuse ernährt. In der neunten Generation war der Anteil der resistenten Moskitos von 50 auf 70 Prozent der Gesamtpopulation gestiegen. Dies lasse darauf schließen, dass „die gentechnisch veränderten Moskitos einen Vermehrungsvorteil gegenüber den nicht veränderten Moskitos“ hätten, schrieben die Forscher in der Studie. Die Befunde ließen darauf hoffen, dass die Gentechnik „eine wichtige Rolle“ bei der Eindämmung der Malaria spielen könne.
Die Autoren der Studie dämpften allerdings Hoffnungen auf einen raschen Durchbruch in der Malaria-Bekämpfung. Für den Versuch wurde nur einer von mehreren Erregern verwendet. Zudem setzten sich die genveränderten Mücken nur dann bei der Vermehrung gegenüber ihren unveränderten Artgenossen durch, wenn sie mit malariaverseuchtem Blut ernährt wurden. Bei unverseuchtem Blut pflanzten sich beide Gruppen gleich schnell fort. Die Forscher wollen nun einen Weg finden, die Gene der Mücken so zu verändern, dass sie sich generell schneller vermehren als die naturbelassenen Moskitos.
Die Malaria ist eine der schlimmsten Volksseuchen in den tropischen Regionen der Erde, vor allem in Afrika. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich bis zu drei Millionen Menschen an der Infektion, unter ihnen mehr als eine Million Kinder. © afp/aerzteblatt.de
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