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Scan zeigt drei Orte der Tabaksucht im Gehirn

Dienstag, 20. März 2007

Durham - Moderne Bildgebungsverfahren machen die Abhängigkeit vom Tabakrauchen im Gehirn sichtbar. Nach einer Studie in Neuropsychopharmacology (2007; doi: 10.1038/sj.npp.1301379) ist der Drang zur Zigarette, das Craving, in drei tieferen Hirnstrukturen verankert.

15 Raucher hat Jed Rose vom Center for Nicotine and Smoking Cessation Research an der Duke Universität in Durham/North Carolina - mit Forschungsgeldern eines großen Tabakproduzenten - mit der Positronen-Emissionstomographie (PET) untersucht. Die Aufnahmen wurden vor, während und nach einer Entwöhnungstherapie (mit nikotinfreien Zigaretten und Nikotinpflaster) gemacht. Die PET bestimmt mithilfe von radioaktiven Markern die Konzentration von Glucose in den einzelnen Hirnregionen. Sie ist ein Marker für die Aktivität in verschiedenen Hirnzentren. Die farbigen Bilder zeigen die Regionen an, in denen sich die Aktivität in bestimmten Situationen verändert, in diesem Fall der Entwöhnungstherapie. So konnte Rose drei Regionen mit dem Craving zuordnen.

Zum einen ist dies der Thalamus (blau in der Abbildung), jener Teil des Zwischenhirns, der sensorische Informationen verarbeitet, bevor sie ans Großhirn weitergereicht werden. Viele Raucher beklagen sich Rose zufolge beim Abstinenzversuch über die Unfähigkeit ihre Gedanken zu bündeln. Sie fühlten sich dann überfordert, was Rose mit den Veränderungen im Thalamus in Verbindung bringt. Die größten Veränderungen sah der Forscher bei Rauchern, die unter Stress zur Zigarette griffen, um sich zu beruhigen.

Zum zweiten fehlt Rauchern während der Tabakabstinenz die Stimulierung im Striatum (rot in der Abbildung). Es wird von Hirnforscher als Teil der Vergnügungssystems im Gehirn betrachtet. Während der Abstinenz kam es in dieser Region laut Rose vor allem bei jenen Personen zu Veränderungen, die als Motivation für das Rauchen die Beseitigung des Cravings und eine glücksbetonte Entspannung angaben.

Das dritte Zentrum ist der anteriore cinguläre Cortex (grün in der Abbildung) eine Region, die für kognitive Funktionen wie Konfliktverarbeitung, Selbstkontrolle, Entscheidungsfindung und Gefühlen von vitaler Bedeutung ist. Raucher mit Veränderungen in dieser Region gaben laut Rose häufig an, dass sie mit dem Rauchen auch ihr Gewicht regulierten.

Menschen, die ohne Zigaretten keine ruhige Minute finden, unzufrieden sind oder Schwierigkeiten haben, sich zu kontrollieren oder zu konzentrieren, haben laut Rose die größten Schwierigkeiten, sich von ihrer Sucht zu befreien. Dies könnte damit zusammenhängen, dass alle drei genannten Regionen enge Beziehungen zum Belohnungssystem im Gehirn haben. Es erweist sich häufig als stärker als die von höheren “Willenszentren” ausgehenden Impulse. Was sich laut Rose darin zeigt, dass zwar 70 Prozent der Raucher lieber heute als morgen aufhören würden, es nur etwa 5 Prozent schaffen. © rme/aerzteblatt.de

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