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Human Salivary Proteome Project – Spuren des Sjögren-Syndroms im Speichel

Freitag, 23. März 2007

New Orleans - Speicheltests werden heute vor allem in der Gerichtsmedizin eingesetzt. Krankheiten lassen sich damit – mit der Ausnahme von HIV - nicht diagnostizieren. Wenn ein laufendes Genprojekts die erhofften Ergebnisse erbringt, könnten Ärzte jedoch schon bald häufiger zum Wattestäbchen greifen, wie auf einer Zahnmedizinertagung zu hören war.

Das Human Salivary Proteome Project, eine Initiative mehrerer US-Kliniken und des National Institute of Dental and Craniofacial Research hat in den letzten 3 Jahren bereits die Gene von 1200 Proteinen im Parotisspeichel und von 1100 Proteinen in den Sekreten der Submandibularis/Sublingulis-Drüsen identifiziert, teilte David Wong von der Universität von Kalifornien in Los Angeles auf einer Tagung der International & American Association for Dental Research in New Orleans mit. Bis Ende 2007 werde das Projekt abgeschlossen sein. Schon jetzt lassen sich nach Angaben von Wong zwei Erkrankungen anhand eines veränderten Proteinmusters im Speichel erkennen: Mundbodenkarzinome und das Sjögren-Syndrom. 

Zum Sjögren-Syndrom stellte Jianghua Wang, ebenfalls Universität Los Angeles, erste Ergebnisse vor. Bei dieser Autoimmunerkrankung werden vermehrt Gene aus dem Stoffwechsel von Interferon alpha exprimiert. Dies hatte der Vergleich von 10 Patienten und 8 Kontrollen ergeben. Diese geringe Fallzahl zeigt, dass noch einige Validierungsschritte notwendig sein werden, bis Genom-Speicheltests für den klinischen Alltag in Frage kommen.

Noch länger dürfte es dauern, bis die nicht invasiven Tests preislich den Vergleich mit den Blutuntersuchungen aufnehmen können. Die Forscher erhoffen sich jedoch auch neue Erkenntnisse zur Pathogenese von Erkrankungen der Drüsen, die im Speichel möglicherweise andere und aufschlussreichere Spuren hinterlässt als im Blut. © rme/aerzteblatt.de

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