Mammakarzinom: Magnetresonanztomographie entdeckt kontralaterale Malignome
Donnerstag, 26. Juli 2007
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Seattle/Bonn - Die Magnetresonanztomographie kann die Nachsorge von Brustkrebspatientinnen entscheidend verbessern. Nach den jetzt im New England Journal of Medicine (NEJM 2007; 356: 1295-1303) publizierten Ergebnissen des ACRIN Trial 6667 werden 90 Prozent aller bei der Mammographie übersehenen kontralateralen Tumoren entdeckt.
Bis zu 10 Prozent aller Frauen mit Mammakarzinom entwickeln später an der kontralateralen Brust ebenfalls ein Malignom. Oft ist der Tumor bereits während der Diagnose des Erst-Mammakarzinoms vorhanden, wird aber in der Mammographie oder einer Ultraschalluntersuchung nicht entdeckt. Eine Studie des American College of Radiology Imaging Network (ACRIN), an der sich – als einziges Zentrum außerhalb der USA – auch die Universität Bonn beteiligte, sollte klären, ob eine Magnetresonanztomographie (MRT) die Detektionsrate verbessert.
Diese Frage kann mit den jetzt vorliegenden Ergebnissen eindeutig mit Ja beantwortet werden. Untersucht wurden 969 Brustkrebspatientinnen mit einem negativen Mammographiebefund an der kontralateralen Brust. Innerhalb von 60 Tagen nach der Erstdiagnose wurde eine MRT-Untersuchung der Brust durchgeführt - und bei 30 Frauen prompt ein Mammakarzinom entdeckt, was immerhin einer Häufigkeit von 3,1 Prozent entspricht. Die Patientinnen wurden noch ein weiteres Jahr nachbeobachtet. Während dieser Zeit wurden drei weitere Mammakarzinome gefunden. Dies ergibt eine Sensitivität oder „Trefferquote” der MRT von 91 Prozent.
Da die MRT-Untersuchung einige falschpositive Befunde lieferte, lag die Spezifität bei 88 Prozent. Wichtig aus der Perspektive der Patientin ist jedoch der negative prädiktive Wert von 99 Prozent. Er schließt es praktisch aus, dass bei einem normalen MRT-Bild ein Tumor übersehen wird. Eine prophylaktische Amputation der zweiten Brust, wie sie manche Patientinnen wünschen, sei nach einem negativen Ergebnis einer MRT definitiv unnötig, betont Dr. Christiane Kuhl, eine der Mitautorinnen der Studie in der begleitenden Pressemitteilung.
Die MRT sei zwar vergleichsweise teuer. Sie sei jedoch eindeutig das sicherste Untersuchungsverfahren zur Brustkrebs-Diagnostik, findet die Bonner Radiologin. Sie betrachtet das MRT deshalb als Methode der Wahl. Zumindest bei Risikogruppen, zu denen Frauen mit positiver Familienanamnese oder sonstigen Hinweisen auf eine genetische Belastung zählen. © rme/aerzteblatt.de
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