Medizin

Schlaganfall: Thrombolysetherapie hat sich europaweit bewährt

Mittwoch, 4. April 2007

Berlin – Die Thrombolyse von akuten Gefäßverschlüssen im Gehirn ist eine effektive Akuttherapie. Dass sie im klinischen Alltag auch sicher und effektiv eingesetzt werden kann, zeige eine europaweite Beobachtungsstudie. Darauf hat die Deutsche Schlaganfallgesellschaft Anfang April hingewiesen.

An der Studie beteiligten sich 285 Zentren mit 6.483 Patienten, darunter 21 Zentren aus Deutschland mit 1.289 Patienten. Die Ergebnisse der „Safe Implementation of Thrombolysis in Stroke-Monitoring Study“ (SITS-MOST) ist in der Fachzeitschrift Lancet erschienen (2007; 369: 275-822).

„Die Häufigkeit von Hirnblutungen, die zu einer Verschlechterung des Schlaganfalls führten, war mit 7,3 Prozent sogar niedriger als in den klinischen Studien“, sagte der Erste Vorsitzende der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, Martin Grond. Drei Monate nach dem Schlaganfall lebten 54,8 Prozent der Patienten ohne größere Behinderung in SITS-MOST gegenüber 49 Prozent in den Studien.

„Vor elf Jahren wurde erstmals in einer US-Studie gezeigt, dass eine Behandlung mit dem Wirkstoff Alteplase beim Schlaganfall den Tod verhindert beziehungsweise das Ausmaß der Behinderungen begrenzt, wenn die Patienten innerhalb von drei Stunden nach Auftreten der ersten Symptome in der Klinik behandelt werden kann“, so Grond.

Doch obwohl andere Studien die Ergebnisse bestätigten, haben laut Grond noch immer viele Ärzte Bedenken gegen die Therapie: „Sie befürchten, dass es zu Hirnblutungen kommt, die den Zustand des Patienten verschlechtern können. Diese Gefahr steht jedoch in keinem Verhältnis zu dem hohen Nutzen der Thrombolyse-Therapie“, betonte der Schlaganfall-Experte.

Allerdings erzielten gerade am Anfang der SITS-MO-Studie nicht alle Kliniken gleich gute Ergebnisse. In den Kliniken, die vorher noch keine Erfahrungen mit der Thrombolyse hatten, war die Sterberate auch am Ende der Beobachtungszeit tendenziell höher (13,3 gegenüber 10,6 Prozent). Laut Grond zeigt dies, dass die Therapie anspruchsvoll ist und am besten an Kliniken erfolgt, die über Stroke Units, verfügen. © hil/aerzteblatt.de

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