Migräne: Kombitherapie schlägt Monotherapie in klinischer Studie
Dienstag, 10. April 2007
Nashville – Die Kombinationstherapie der Migräne mit Sumatriptan und Naproxen Sodium ist effektiver als die jeweiligen Monotherapien mit diesen Präparaten. Darauf weisen Wissenschaftler der Nashville Neuroscience Group in einer aktuellen Veröffentlichung des JAMA hin (2007; 297:1443-1454).
„Migräne ist eine weit verbreitete, belastende Krankheit, die sich in Attacken uni- oder bilateraler Kopfschmerzen und assoziierten Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen manifestiert“, erklären die Forscher in ihrem Artikel. Obwohl die Forschung in den vergangenen Jahren bei der Therapie von Migräne Fortschritte erzielte, seien die Ergebnisse für viele Betroffene noch unbefriedigend. Dafür machen die Wissenschaftler die multiplen pathogenen Prozesse verantwortlich, die eine Migräne ausmachen.
Die Arbeitsgruppe von Jan Lewis Brandes hat daher die Effektivität und Sicherheit der Kombinationstherapie von Sumatriptan und Naproxen Sodium mit der von Placebo und den jeweiligen Einzeltherapien verglichen. Sie untersuchten das Verhältnis der Wirksamkeit anhand zweier identisch aufgebauter randomisierter Doppelblindstudien an 1.461 und 1.495 Patienten an 118 amerikanischen klinischen Zentren.
Alle Patienten waren nach der Diagnose einer moderaten oder schweren Migräne dort in Behandlung. Sie enthielten zufällig verteilt entweder eine Tablette mit sowohl Sumatriptan 85 Milligramm und Naproxen Sodium 500 Milligramm, jeweils nur einen der Wirkstoffe oder nur ein Placebopräparat zur Behandlung auftretender Migräne mit mittleren bis starken Schmerzen.
Die Analyse der Daten ergab, dass das die Kombinationstherapie von Sumatriptan und Naproxen Sodium Kopfschmerzen innerhalb von zwei Stunden effektiver behob als Placebo. Der Anteil von Patienten, die innerhalb von 2 bis 24 Stunden schmerzfrei wurden, war bei der Kombitherapie höher als bei allen anderen Therapieformen. „Die Überlegenheit von Sumatriptan-Naproxen Sodium gegenüber der Sumatriptan Monotherapie könnte man dadurch erklären, dass dieses auf mehrere pathogene Mechanismen der Migräne abzielt“, vermuten die Autoren. © hil/aerzteblatt.de
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