Ausland

Streit um Ethikfragen in EU-Medizin-Richtlinie geht weiter

Mittwoch, 11. April 2007

Brüssel - Der Streit um die Aufnahme eindeutiger Ethikregeln in eine EU-Richtlinie zu neuartigen Therapien spitzt sich zu. Verhandlungen über einen Kompromiss zwischen Ministerrat, Kommission und Europaparlament seien gescheitert, hieß es heute in Brüssler EU-Kreisen. Unterdessen appellierte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) an die deutschen Europaabgeordneten, ethische Bedenken bei der Abstimmung Ende April nicht zu vernachlässigen.

Ziel der Richtlinie ist ein EU-einheitlicher Rechtsrahmen für die Zulassung von Zell-, Gewebe- und Gen-Therapien. Mit den nun gescheiterten Gesprächen von EU-Kommission, EU-Ministerrat und Europaparlament sollten vor der Abstimmung des Europaparlaments die strittigen Fragen geklärt werden. Damit hätte eine zweite Lesung des Gesetzestextes und eine weitere Verzögerung vermieden werden können.

Der Dachverband der biomedizinischen Industrie, EuropaBio, zeigte sich enttäuscht über das Scheitern der Gespräche. Die gesamte EU-Richtlinie gerate wegen des Streits um ethische Fragen in Gefahr. Weil ein zentralisiertes Zulassungsverfahren fehle, drohten den forschenden Unternehmen neue Verzögerungen. Damit müssten Patienten weiter auf wichtige Therapien warten.

Die Leiterin des Brüsseler EKD-Büros, Sabine von Zanthier, appellierte dagegen in einem Brief an die Europaabgeordneten, ethische Bedenken zu berücksichtigen. So müssten embryonale Stammzellprodukte aus dem Anwendungsbereich der Verordnung herausgenommen werden.

Die EKD verlangt ferner ein Verbot, den menschlichen Körper oder Teile davon zur Erzielung von Gewinnen zu nutzen. Auch müssten Eingriffe in die menschliche Keimbahn sowie die Herstellung von Zwitterwesen von Mensch und Tier, so genannte Chimären, verboten werden. Dies hatte auch die katholische Kirche gefordert. © kna/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

4.231 News Ausland

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige