Ärzteschaft

Montgomery kritisiert gesetzliche Regelungen zur Patientenverfügung

Donnerstag, 12. April 2007

Hamburg – Der Präsident der Ärztekammer Hamburg, Frank-Ulrich Montgomery, hat sich gegen eine „Regelungswut des Staates“ bei den Patientenverfügungen, die „mehr Probleme verursacht als löst“ ausgesprochen. „Die Debatte um die Reichweite einer Patientenverfügung bei Demenzkranken zeigt exemplarisch, wie gefährlich die von der Politik angestoßene Diskussion zur Verbindlichkeit einer Patientenverfügung sein kann“, sagte der Kammerpräsident.

Selbstverständlich habe auch ein Demenzkranker das Recht, auf weitere Behandlung zu verzichten. Das Problem für Ärzte und Pflegekräfte bestehe jedoch nicht im Fall einer vorhandenen, klaren Patientenverfügung. Problematisch sind laut Montgomery die Fälle, in denen keine Patientenverfügung vorliegt. Dann müssen Betreuer, Ärzte, Schwestern, Seelsorger und manchmal auch Juristen sich gemeinsam eine Meinung bilden, was der „mutmaßliche“ Wille des Erkrankten sein könnte. 

Montgomery betonte, 800.000 Menschen stürben in Deutschland jährlich eines natürlichen Todes. Nur wenige Dutzend Fälle von Auseinandersetzungen über Patientenverfügungen seien bekannt. Die vorhandenen Gesetzentwürfe lösten diese aber nicht, sondern verschlimmerten sie. Der Staat sollte sich Montgomery zufolge mit seiner Regelungswut aus diesen schwierigen Stationen am Lebensende eines Menschen heraushalten. „Es bedarf keiner gesetzlichen Regelung, die mehr Fragen aufwirft, als Problem löst“, sagte der Kammerpräsident. © hil/aerzteblatt.de

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