Medizin

Rauchverbot: Angestellte in irischen Pubs mit besserer Lungenfunktion

Dienstag, 17. April 2007

Seit 2004 sind irische Pubs rauchfrei /dpa

Dublin - In Irland hat sich die Luft in den Gaststätten und die pulmonale Gesundheit der dort Beschäftigten dramatisch gebessert, seit das Rauchen dort verboten ist. Dies ergibt sich aus einer Studie im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine (2007; 175: 840-845). Profitiert haben jedoch nur Nichtraucher.

Seit dem 29. März 2004 ist in Irland, als erstem Land weltweit, das Rauchen an allen Arbeitsplätzen verboten. Da auch in Gaststätten Menschen arbeiten, gilt das Rauchverbot auch in den irischen Pubs, vormals ein beliebter Treffpunkt von Rauchern, die jetzt für jede Zigarette vor die Tür gehen müssen. Luke Clancy, die Leiterin des General Research Institute for a Tobacco Free Society in Dublin, hat die Gelegenheit genutzt und die Luft in 42 Pubs der irischen Hauptstadt vor und ein Jahr nach dem Verbot untersucht. Die Ergebnisse könnten unterschiedlicher kaum sein. Der Feinstaubgehalt (PM2,5) in der Raumluft war um 83 Prozent gesunken, die Konzentration des Karzinogens Benzols war gegenüber der Messung vor dem Verbot um 80 Prozent reduziert.

Waren die Barkeeper vor dem Verbot noch im Durchschnitt 40 Stunden in der Woche dem Passivrauch exponiert, sind es jetzt nach ihren Angaben nur noch 25 Minuten pro Woche. Das bedeutet eine Reduktion um 99 Prozent, die nicht ohne Folgen blieb. Die Konzentration von Kohlenmonoxid in der Ausatemluft der Beschäftigten ging um 76 Prozent zurück, der Cotiningehalt des Speichels nahm um 81 Prozent ab. Auch die Ergebnisse in den Lungenfunktionstests besserten sich signifikant, schreiben Clancy und Mitarbeiter. Die Barkeeper fühlen sich gesünder, sie husten seltener und die Schleimproduktion in den Atemwegen hat abgenommen. Alle diese Verbesserungen waren jedoch nur bei Beschäftigten nachweisbar, die selber Nichtraucher waren. Die Raucher konnten an sich lediglich einen Rückgang der sensorischen Irritationen (etwa Augenbrennen) feststellen.

Dass sich der Gesundheitszustand der Raucher nicht verbesserte, findet Fiona Godfrey von der European Respiratory Society in Brüssel angesichts der deutlich reduzierten Exposition ein wenig enttäuschend (Am J Respir Crit Care Med. 2007; 175: 751-753). Die Juristin hätte hier einen stärkeren Einfluss erwartet. Gleichwohl glaubt Godfrey, dass in der nächsten Generation in Europa 5 bis 10 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindert werden könnten, wenn alle anderen Länder dem irischen Vorbild folgen würden. © rme/aerzteblatt.de 

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