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Salzarme Kost beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor

Montag, 23. April 2007

Boston - In der Vergangenheit haben Studien belegt, dass eine salzarme Kost den Blutdruck senkt. Dass dadurch auch den kardiovaskulären Folgekrankheiten vorgebeugt wird, konnte jetzt in einer Nachbeobachtung von Patienten aus zwei prospektiven Studien im British Medical Journal (2007: doi:10.1136/bmj.39147.604896.55) gezeigt werden.  

Die blutdrucksenkende Wirkung einer salzarmen Ernährung hatte zuletzt die Dietary Approaches to Stop Hypertension oder DASH-Studie (NEJM 2001; 344: 3-10) gezeigt. Die DASH-Diät fördert eine ausgewogene und salzarme Kost. Menschen, die sich zuvor sehr salzhaltig ernährten, senkten den systolischen Blutdruck um 7,1 mmHg, Hypertoniker schafften sogar eine Reduktion um 11,5 mm Hg. Dies lässt auf lange Sicht eine Reduktion der kardiovaskulären Folgekrankheiten erwarten, was aber in keiner randomisierten kontrollierten Studie konsequent untersucht wurde.

Diesen endgültigen Beweis können auch Nancy Cook und Mitarbeiter vom Brigham and Women's Hospital in Boston nicht vorlegen. Bei ihrer Studie handelt es sich um die Nachbeobachtung von Teilnehmern aus zwei älteren randomisierten kontrollierten Studie, den beiden Trials of Hypertension Prevention (TOHP), die 1990 (TOHP-1) und 1995 (TOHP-2) abgeschlossen wurden. In den Studien hatten die Teilnehmer ihren Salzkonsum um 25 bis 35 Prozent gesenkt, was damals mittels Urinuntersuchungen kontrolliert worden war.

Es gelang den Bostoner Forschern, 77 Prozent (2.415 von 3.126) der damaligen Teilnehmer zu kontaktieren und nach kardiovaskulären Ereignissen zu befragen. Nach den von Cook vorgestellten Ergebnissen traten kardiovaskuläre Ereignisse bei den Teilnehmern, die sich salzreduziert ernährten, zu 25 Prozent seltener auf (relatives Risiko 0,75; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,57-0,99; p=0,44). Die Reduktion war in beiden Studien nachweisbar und war auch in Subgruppen- und Sensitivitäts-Analysen robust.

Selbst eine Reduktion der Sterblichkeit um 20 Prozent (relatives Risiko 0,80; 0,51-1,26) war erkennbar. Dieser Zusammenhang war jedoch nicht signifikant, wie auch die geringe Fallzahl eine Einzelanalyse der verschiedenen kardiovaskulären Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall) verhindert hat. Da die Studie unübersehbare Schwächen hat, mögen Kritiker die Ergebnisse infrage stellen, da zum Beispiel die Angaben der Teilnehmer nicht überprüft werden konnten. Die Autoren sind dagegen überzeugt, dass eine salzarme Diät kardiovaskulären Erkrankungen vorbeugt. © rme/aerzteblatt.de

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