Politik

FDP sieht sich durch Gutachten zur Stammzell-Anhörung bestätigt

Dienstag, 8. Mai 2007

Berlin - Einen Tag vor der Bundestags-Anhörung zur Stammzellforschung hat die FDP die Gutachten der Sachverständigen bereits bilanziert. Die Liberalen fühlten sich in ihrer Forderung nach Änderung der Stichtagsregelung und Wegfall der Strafandrohung für Forscher bestätigt, sagte die technologiepolitische Sprecherin Ulrike Flach am Dienstag vor Journalisten. Ihr lägen rund 15 der 24 Stellungnahmen vor. Im Gegensatz zu anderen Gremien stellt der Forschungsausschuss Gutachten nicht allgemein zugänglich ins Internet.

Am Mittwoch äußern sich 24 Experten, Forscher, Mediziner, Juristen und Ethiker zu einer Bewertung des 2001 vom Parlament nach langen Diskussionen verabschiedeten Stammzellgesetzes. Derzeit ist Forschung, bei der menschliche Embryonen zerstört werden, generell verboten. Nach dem Stammzellgesetz dürfen Forscher jedoch in engen Grenzen Zellen verwenden, die vor 2002 im Ausland entstanden sind. Zudem gibt es eine Strafandrohung gegen Wissenschaftler, die sich im Ausland an Projekten beteiligen, die im Inland verboten sind.

Bislang sei es zwar zu keiner Anklage gegen einen deutschen Wissenschaftler gekommen. „Trotzdem kann sie jeden Moment erfolgen“, so Flach. Die „Kriminalisierung“ schrecke Forscher ab. Nachwuchskräfte gingen gleich ins Ausland und kehrten nicht mehr zurück. 

Mit Blick auf den Molekularbiologen Hans Schöler, der 2004 aus den USA nach Deutschland zurückkehrte und bei der Anhörung als Kritiker der Rechtslage auftritt, meinte sie, wer nach Deutschland zurückkehre, habe im Hinterkopf, dass sich an der Rechtslage etwas ändern werde. „Sehr, sehr viele Gutachter“ plädieren nach Angaben Flachs für eine komplette Streichung des Stichtages. Der Kompromissvorschlag des evangelischen Bischofs Wolfgang Huber, den 1. Januar 2006 als Stichtag festzuschreiben, bedeute nur ein Aufschieben der Problematik. 

Flach zeigte sich zuversichtlich, dass in den anderen Fraktionen ein Umdenken einsetzen werde. „Die Liberalisierung des Stammzellgesetzes rückt in greifbare Nähe.“ Spätestens in zehn Jahren werde es auch klinische Studien mit menschlichen embryonalen Stammzellen geben. © kna/aerzteblatt.de

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