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Blockade eines Enzyms soll Arteriosklerose stoppen

Dienstag, 8. Mai 2007

Iowa City – US-amerikanische Mediziner könnten eine Möglichkeit gefunden haben, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch bei einer fettreichen Ernährung niedrig zu halten: Wird die Produktion eines Enzyms namens ACAT2 gestoppt, bilden sich selbst bei viel Fett in der Nahrung keine Fettablagerungen in den Arterien, haben die Wissenschaftler in einer Studie an Mäusen gezeigt. Negative Folgen für die Tiere habe das Ausschalten von ACAT2 nach Angaben der Forscher nicht.

Ob das Prinzip auch beim Menschen funktioniere, bei dem ebenfalls eine Variante des Enzyms vorkomme, wissen Lawrence Rudel von der Wake-Forest-Universität in Winston-Salem und seine Kollegen allerdings noch nicht. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift „Arteriosklerosis, Thrombosis and Vascular Biology“ (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1161/ATVBAHA.107.142802).

Sechs verschiedene Ernährungsvarianten testeten die Forscher an Mäusen mit und ohne das Gen für ACAT2. Jede Diät war mit einer anderen Fettart angereichert, darunter Fischöl, Leinöl, Pflanzenöl mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Olivenöl, Pflanzenöl mit den als schädlich geltenden einfach ungesättigten Transfettsäuren und tierische Fette mit gesättigten Fettsäuren.

Nach 20 Wochen hatten die einfach ungesättigten und die gesättigten Fette bei den Mäusen mit funktionierendem ACAT2 die Cholesterinwerte stärker in die Höhe getrieben als die mehrfach ungesättigten Fette, zeigte die Auswertung. Auch hatten sie mehr Ablagerungen in den Blutgefäßen der Tiere verursacht. Die Mäuse ohne ACAT2 entwickelten hingegen keine derartigen Symptome - unabhängig davon, welches Fett sie zu fressen bekamen.

ACAT2 ist zusammen mit zwei anderen Enzymen dafür zuständig, Cholesterin transportfähig zu machen, sodass es in die Körperzellen eindringen kann. Schon in früheren Studien hatte es Hinweise darauf gegeben, dass gerade dieses Cholesterin die Bildung von Fettablagerungen in den Arterien - die sogenannten Plaques - fördere, schreiben die Forscher. Sie wollen ihre Studie nun mit Affen wiederholen: „Wenn es bei Affen funktioniert, wäre das ein deutlicher Hinweis darauf, dass es auch beim Menschen funktionieren könnte“, erklärt Studienleiter Rudel. Sollte sich das bestätigen, könne nach Wirkstoffen gesucht werden, die ACAT2 blockieren.

Eine Ernährung reich an gesättigten Fettsäuren oder einfach ungesättigten Transfetten gilt als Hauptrisikofaktor für Arteriosklerose, einer Verengung der Blutgefäße durch die Ablagerung von Plaques. Die Folgen einer solchen Verengung können unter anderem Herzprobleme bis zum Infarkt oder Schlaganfälle sein. Arteriosklerosebedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in den westlichen Ländern nach wie vor die häufigste Todesursache. © ddp/aerzteblatt.de

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