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Australischer Bischof will Klon-Befürworter exkommunizieren

Mittwoch, 6. Juni 2007

Sydney/Perth - Australische Kirchenvertreter drohen katholischen Politikern mit Konsequenzen, die sich für eine Legalisierung des Forschungsklonens aussprechen. Der Erzbischof von Perth, Barry Hickey, sagte am Mittwoch, ihnen könne die Kommunion verweigert werden oder gar die Exkommunikation drohen. Ein Kirchenausschluss sei aber das letzte Mittel. Hickey appellierte an solche Politiker, freiwillig auf die Kommunion zu verzichten. Sydneys Kardinal George Pell sprach lediglich von Konsequenzen seitens der Kirche.

Die Äußerungen lösten unter Politikern unterschiedliche Reaktionen aus. Gesundheitsminister Tony Abbott verteidigte das Recht der Kirche, sich zu politischen Themen zu äußern. Dagegen nannte der Sprecher der konservativen Nationalen Partei, Adrian Piccoli, Pells Kommentar nicht hinnehmbar: „Wir akzeptieren nicht, dass Muslime die Politik beeinflussen, und ich kann nicht sehen, warum Katholiken das tun sollten.“

Auch in Perth wies der Parlamentssprecher die Drohungen des Erzbischofs zurück. Es stehe ihm nicht zu, Politikern mit Konsequenzen zu drohen. Der katholische Premierminister von New South Wales teilte über seinen Sprecher mit, für die Freigabe des therapeutischen Klonens zu stimmen und trotzdem weiter zur Kommunion zu gehen.

Das australische Parlament hatte nach langen und äußerst kontrovers geführten Diskussionen Ende vergangenen Jahres die Legalisierung des therapeutischen Klonens mit embryonalen Stammzellen beschlossen. Demnach ist die Herstellung von Embryonen und ihre Zerstörung zur Stammzellforschung erlaubt. Bis das Gesetz am 12. Juni in Kraft tritt, müssen die Bundesstaaten aber noch ihre Gesetze dem Bundesgesetz anpassen. 

In dieser Woche beraten die Parlamente von Westaustralien und New South Wales darüber. In Deutschland ist das so genannte Forschungsklonen verboten. © kna/aerzteblatt.de

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