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Staphylococcus aureus taucht ab und schlägt später zurück

Freitag, 15. Juni 2007

Genf /Norwich – Wissenschaftler der Universitätsklinik Genf und des Institute of Food Research in Norwich haben herausgefunden, wie der Krankheitserreger Staphylococcus aureus (S. aureus) sich in menschlichen Lungenzellen den Angriffen des Immunsystem entzieht. Sie veröffentlichten dies in BioMed Central Genomics (BMC Genomics 2007, 8:171).

Die internationale Arbeitsgruppe aus zwölf Wissenschaftlern untersuchte das Verhalten von S. aureus in menschlichen Lungenepithelzellen im In-vitro-Modell. Sie fanden heraus, dass das Bakterium direkt nach Eintritt in die Zelle sein Genexpressionsprofil dramatisch veränderte. Die Genexpression für metabolische Funktionen und Transport setzten sich außer Betrieb. Somit versetzte sich S. aureus selbst in einen ruhenden Zustand.

Zudem drosselte das Bakterium die Produktion von Toxinen, welche potenziell tödlich für die Zelle sind, um den Zellschaden zu kontrollieren. Erst danach startete S. aureus seinen normalen auf Überleben und Vervielfältigung ausgelegten Stoffwechsel. Im Modellversuch konnten die Forscher die meisten Bakterien innerhalb von vier Tagen abtöten. Dennoch fanden sie selbst nach 14 Tagen noch einige Überlebende.

S. aureus sei traditionell zwar nicht als intrazelluläres Pathogen bekannt, dennoch seien die meisten Zusammenhänge kaum bekannt, die zur Persistenz und Reaktivierung selbst nach Jahren führten, so die Forscher: „S. aureus scheint in der Zelle zu überleben, weil es in der Lage ist, abzutauchen statt aktiv zu vermehren“, erklärt Patrice Francois, eine Autorin des Artikels.

„Danach profitiert es vom natürlichen oder programmierten Zelltod, um wieder aufzutauchen und eine weitere Infektion hervorzurufen, was zur Chronifizierung führen kann.“ Diese Untersuchungen können nach Ansicht der Wissenschaftler einen Beitrag zum Verständnis von persistenten Infektionen liefern und bei der Entwicklung neuer antibakterieller Medikamente helfen. © hil/aerzteblatt.de

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